Fachkraft Küche
Die Fachkraft Küche ist ein zweijähriger Ausbildungsberuf im Gastgewerbe, der seit 2022 die frühere Ausbildung zur 'Fachkraft im Gastgewerbe' in der Fachrichtung Küche ablöst und gezielt auf die praktische Küchenarbeit ausgerichtet ist. Im Mittelpunkt stehen die Zubereitung von Speisen, die Lagerhaltung von Lebensmitteln sowie die Einhaltung von Hygienevorschriften nach HACCP. Der Beruf eignet sich ideal für Menschen, die schnell ins Berufsleben einsteigen möchten und eine Leidenschaft fürs Kochen mitbringen, ohne die dreijährige Ausbildung zum Koch absolvieren zu wollen. Er ist zugleich Einstiegspunkt für weiterführende Qualifikationen im Küchenbereich.
Ausbildungsdauer
2 Jahre
Azubi-Gehalt
750–1.050 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.600 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Fachkraft Küche?
Als Fachkraft Küche startest du in der Regel früh morgens mit der Warenannahme: Du prüfst Frischware auf Qualität und Temperatur, kontrollierst Lieferscheine und lagst Zutaten fachgerecht ein – Fleisch bei 2–4 °C, Tiefkühlware bei mindestens –18 °C. Am Vormittag bereitest du Grundzutaten vor (Mise en Place): Gemüse schneiden, Saucen ansetzen, Teige vorbereiten. Zur Mittagszeit arbeitest du am Posten zusammen mit Köchen und Souschefs – du bist etwa für Beilagen, Salate oder Vorspeisen zuständig. Du bedienst Konvektomaten, Kippbratpfannen und Vakuumiergeräte. Nachmittags folgst du Reinigungsplänen nach Hygienevorschriften, aktualisierst Temperaturdokumentationslisten und bereitest das Abendmenue vor. Du arbeitest in einem Küchenteam, kommunizierst eng mit dem Service über Ausgabezeiten und lernst, unter Zeitdruck sauber und strukturiert zu arbeiten. Schichtbetrieb, Wochenenddienste und körperliche Belastung durch Hitze und langes Stehen sind Teil des Berufsalltags.
Wo arbeitest du?
Fachkräfte Küche arbeiten in Restaurants, Hotels, Kantinen und Betriebsrestaurants, Krankenhäusern, Pflegeheimen sowie in der Systemgastronomie (z. B. bei Sodexo, Compass Group, Aramark oder LSG Group). Auch Schulcatering, Bundeswehr-Truppenküchen und öffentliche Gemeinschaftsverpflegung zählen zu typischen Einsatzbereichen. Der Arbeitsmarkt ist durch einen ausgeprägten Fachkräftemangel gekennzeichnet: Laut DEHOGA waren 2023 über 65.000 Stellen im Gastgewerbe unbesetzt, sodass Berufseinsteiger sehr gute Übernahmechancen haben.
Voraussetzungen
Viele Betriebe bevorzugen einen qualifizierten Hauptschul- oder Mittelschulabschluss, formal reicht aber auch ein einfacher Hauptschulabschluss. Wichtig sind gute Leistungen in Mathematik für Kalkulation und Mengenberechnung sowie in Biologie und Chemie für Lebensmittelkunde und Hygiene. Da die Arbeit in der Küche körperlich anstrengend ist, sollten Bewerber Belastbarkeit unter Zeitdruck mitbringen. Sauberkeit, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit sind unabdingbar, da in engen Küchenteams gearbeitet wird. Ein ausgeprägter Geruchs- und Geschmackssinn sowie Freude am handwerklichen Umgang mit Lebensmitteln tragen wesentlich zum Berufserfolg bei.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Lebensmittelkunde im Vordergrund: Warenkenntnisse zu Fleisch, Fisch, Gemüse, Gewürzen und Milchprodukten, dazu Hygienegrundlagen nach HACCP und die küchenspezifische Arbeitssicherheit. Du lernst grundlegende Garmethoden wie Kochen, Braten, Dünsten und Backen sowie einfache Zubereitungstechniken. Im zweiten Lehrjahr vertiefst du die Speisenzubereitung: Kalkulation von Portionsgrößen, Gestaltung von Menüs unter Berücksichtigung von Ernährungsformen (vegetarisch, vegan, Allergene nach EU-Lebensmittelinformationsverordnung), Lagerhaltung und Bestellwesen. Prägend für diesen Beruf gegenüber dem Koch ist der stärkere Fokus auf Standardrezepturen, Systemgastronomie und Großküchentechnik. In der Berufsschule werden wirtschaftliche Grundlagen, Sozialkunde und Kommunikation ergänzt. Betrieb und Berufsschule arbeiten nach dem Lernfeldkonzept.
IHK-Prüfung & Abschluss
Die Abschlussprüfung wird durch die zuständige IHK durchgeführt und ist in zwei Teile gegliedert. Prüfungsteil 1 findet bereits nach rund 12 Monaten, zur Mitte der Ausbildung, statt und prüft den Bereich "Speisen und Getränke herstellen und anrichten": In einer praktischen Aufgabe von 90 Minuten fertigen die Prüflinge ein Zwei-Gänge-Menü an, wobei Arbeitsorganisation, Hygiene und Präsentation bewertet werden. Diese praktische Prüfung aus Teil 1 fließt mit 50 % in die Gesamtnote ein. Prüfungsteil 2 am Ende der Ausbildung besteht aus drei schriftlichen Bereichen: "Arbeiten in der Küche" mit 90 Minuten (25 % Gewichtung), "Wirtschafts- und Sozialkunde" mit 60 Minuten (10 %) sowie "Warenwirtschaft und Kalkulation" mit 60 Minuten (15 %). Zum Bestehen darf in keinem Prüfungsbereich die Note ungenügend und in höchstens einem Bereich die Note mangelhaft erreicht werden; der Gesamtdurchschnitt muss mindestens ausreichend betragen.
Prüfungsthemen
- Speisenzubereitung und Garmethoden (Prüfungsteil 1 – praktisch)
- Warenkunde und Lebensmittelhygiene (HACCP)
- Warenwirtschaft und Kalkulation
- Arbeitsorganisation in der Küche
- Wirtschafts- und Sozialkunde
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung zur Fachkraft Küche stehen mehrere Entwicklungspfade offen. Die häufigste Weiterqualifikation ist die Externenprüfung oder eine Anschlussausbildung zum Koch/zur Köchin, für die die zweijährige Ausbildung in der Regel auf das erste Ausbildungsjahr angerechnet wird. Mit mehrjähriger Berufserfahrung ist die IHK-Weiterbildung zum Küchenmeister (Meisterprüfung nach HwO) möglich, die Führungspositionen wie Küchenchef oder Betriebsleiter erschließt. Alternativ bieten sich Weiterbildungen zum Geprüften Fachwirt im Gastgewerbe oder zum Betriebswirt des Gastgewerbes an. Hochschulstudiengänge wie Gastronomiemanagement oder Hotel- und Tourismusmanagement (z. B. an der DEHOGA-Akademie) sind mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung erreichbar. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Souschef, Schichtleiter in der Gemeinschaftsverpflegung oder Betriebsleiter einer Kantine realistisch.
Bewerbungstipps
Spätestens 6–9 Monate vor Ausbildungsbeginn, also ab Oktober oder November für den Start im August oder September, sollten Bewerbungen eingehen, da viele Betriebe früh planen. Zur Mappe gehören Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise. Im Vorstellungsgespräch legen Ausbilder großen Wert auf Zuverlässigkeit, Körperpflege und die Bereitschaft zu Schicht- und Wochenenddiensten. Wer ein Schulpraktikum in einem Gastronomiebetrieb vorweisen kann, punktet erheblich. Einige DEHOGA-Betriebe und Systemgastronomen führen kurze Eignungstests durch, die Grundrechenarten und Hygienewissen abprüfen. Authentische Aussagen zur Leidenschaft fürs Kochen und zur eigenen Belastbarkeit überzeugen Ausbilder mehr als auswendig gelernte Standardantworten.
Ratgeber
Im Mittelpunkt der Ausbildung zur Fachkraft Küche stehen die Vorbereitung von Zutaten im Mise en Place, das Bedienen von Konvektomaten und Kippbratpfannen sowie die Zubereitung von Beilagen, Salaten und Vorspeisen im Küchenteam. Die zweijährige BBiG-Ausbildung wird mit 750 bis 1.050 Euro vergütet, Berufseinsteiger verdienen anschließend rund 2.600 Euro monatlich. Reinigungspläne und Temperaturdokumentation gehören dabei ebenfalls zum Alltag.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Fachkraft Küche in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fachkraft Küche?
Gibt es Spezialisierungen innerhalb der Ausbildung zur Fachkraft Küche?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zur Fachkraft Küche vorausgesetzt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern kann man als Fachkraft Küche arbeiten?
Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bestehen nach der Ausbildung?
Ähnliche Berufe in Gastgewerbe und Hauswirtschaft
Koch
Köche bereiten in Restaurants, Hotels, Kantinen oder Catering-Betrieben warme und kalte Speisen zu – von einfachen Tagesgerichten bis zu mehrgängigen Gala-Menüs. Der Beruf verbindet handwerkliche Präzision mit Kreativität und setzt Kenntnisse über Lebensmittel, Warenkunde und Hygiene voraus. Er eignet sich für Menschen, die gerne im Team arbeiten, unter Druck belastbar sind und Freude an Lebensmitteln sowie kulinarischen Techniken haben.
3 Jahre →
Kaufmann für Hotelmanagement
Der Kaufmann für Hotelmanagement ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf im Gastgewerbe, der kaufmännische Kompetenz mit Gastfreundschaft verbindet. Auszubildende lernen, Hotelbetriebe betriebswirtschaftlich zu steuern, Gäste zu empfangen und Umsätze zu optimieren. Der Beruf eignet sich für kommunikationsstarke Menschen mit Interesse an Organisation, Zahlen und internationalem Arbeitsumfeld.
3 Jahre →
Fachkraft im Gastgewerbe
Die Fachkraft im Gastgewerbe ist ein zweijähriger Ausbildungsberuf, der einen praxisorientierten Einstieg in die Hotellerie und Gastronomie bietet. Im Gegensatz zu Hotelfachmann/-frau oder Restaurantfachmann/-frau deckt die Fachkraft im Gastgewerbe bewusst mehrere Bereiche ab: Service, Küche, Housekeeping und Empfang. Der Beruf eignet sich besonders für Hauptschulabsolventen, die schnell in die Branche einsteigen möchten, sowie für Quereinsteiger, die eine solide Grundlage im Gastgewerbe anstreben.
2 Jahre →
Restaurantfachmann
Restaurantfachleute sind Gastgeber im klassischen Sinne: Sie empfangen Gäste, beraten zu Speisen und Getränken, nehmen Bestellungen auf und servieren professionell. Die Ausbildung verbindet Fachwissen über Weine, Menüfolgen und Servicetechniken mit direktem Kundenkontakt. Der Beruf eignet sich für kommunikative Menschen mit gutem Auftreten, die Freude am Umgang mit Menschen haben und in einem lebhaften Arbeitsumfeld aufblühen.
3 Jahre →