🧭AG
← Alle Berufe

Fachkraft für Metalltechnik - Fachrichtung Umform- und Drahttechnik

Früher: Drahtwarenmacher

Die Fachkraft für Metalltechnik in der Fachrichtung Umform- und Drahttechnik bedient und überwacht Maschinen zur Herstellung von Drähten, Federn, Kabeln und umgeformten Metallteilen. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit maschinentechnischem Verständnis und ist besonders geeignet für Menschen, die präzise arbeiten und technische Zusammenhänge in der Metallverarbeitung verstehen wollen.

Ausbildungsdauer

2 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Fachkraft für Metalltechnik - Fachrichtung Umform- und Drahttechnik?

Der Arbeitsalltag beginnt morgens mit der Überprüfung und Einrichtung der Produktionsmaschinen: Ziehmaschinen, Drahtwalzwerke, Pressen oder Federwickelautomaten werden auf die aktuellen Fertigungsaufträge eingestellt. Werkzeuge wie Ziehdüsen, Walzenwerkzeuge und Gesenkformen werden kontrolliert und bei Bedarf ausgetauscht. Zugehörige Messgeräte – Mikrometerschrauben, Messschieber und Zugfestigkeitsprüfgeräte – kommen zur Qualitätssicherung zum Einsatz. Nachmittags steht die laufende Überwachung der Fertigungsprozesse im Vordergrund: Maschinendaten werden in Steuerungssystemen (z. B. CNC-Steuerungen) abgelesen und bei Abweichungen korrigiert. Eine typische Aufgabe ist das Einstellen des Walzspalts bei der Drahtproduktion, um den vorgegebenen Durchmesser zu halten. Eine weitere ist die Sichtkontrolle und Vermessung fertig gezogener Drähte oder gepresster Formteile. Eng zusammengearbeitet wird mit Qualitätsprüfern, Maschineneinrichtern und Produktionsplanern.

Wo arbeitest du?

Fachkräfte der Umform- und Drahttechnik arbeiten vorwiegend in der metallverarbeitenden Industrie: Draht- und Kabelwerke (z. B. Leoni, Nexans, Bekaert), Federntechnikhersteller, Schrauben- und Normteilproduzenten sowie Automobilzulieferer. Auch Halbzeugwerke der Stahl- und NE-Metallindustrie (z. B. Aurubis, Thyssenkrupp) bilden aus. Der Fachkräftemangel in der Metallverarbeitung ist spürbar, wodurch die Übernahmechancen nach der Ausbildung sehr gut sind.

Voraussetzungen

Ein guter Hauptschulabschluss reicht formal, häufig bevorzugen Betriebe aber Bewerber mit Realschulabschluss. Wichtige Schulfächer sind Mathematik für Maße, Toleranzen und Kräfte, Physik für Werkstoffverhalten und Umformkräfte sowie Technik. Wer diesen Beruf wählt, braucht technisches Verständnis, Genauigkeit und Konzentrationsfähigkeit beim Messen und Prüfen, handwerkliches Geschick sowie Zuverlässigkeit beim Einhalten von Produktionsvorgaben. Die Bereitschaft zur Schichtarbeit sowie Interesse an Metallwerkstoffen und maschinellen Fertigungsprozessen sind Grundvoraussetzung.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr werden metallurgische und werkstoffkundliche Grundlagen vermittelt: Eigenschaften von Stahl, Kupfer, Aluminium und Legierungen, Grundlagen der Umformtechnik (Kalt- und Warmumformen), Lesen technischer Zeichnungen sowie der sichere Umgang mit Handwerkzeugen und Messzeug. Im 2. Lehrjahr rücken maschinenspezifische Themen in den Vordergrund: Einrichten und Bedienen von Ziehmaschinen, Drahtwalzwerken und Pressen, Grundlagen der CNC-Steuerung sowie Wartung und Pflege von Werkzeugen und Maschinen. Qualitätsprüfungen nach DIN-Normen werden vertieft. In der fachrichtungsspezifischen Vertiefung stehen Umform- und Drahttechnikprozesse im Mittelpunkt: Herstellungsverfahren für Federn, Seile, Schrauben und Kabel, Werkzeugoptimierung, Störungsbeseitigung sowie fertigungsbegleitende Dokumentation. Im Vergleich zur Fachrichtung Zerspanungstechnik liegt hier der Schwerpunkt auf umformenden statt spanenden Fertigungsverfahren.

Technologie der Umform- und DrahttechnikTechnische MathematikTechnisches Zeichnen / CAD-GrundlagenQualitätsprüfung und MesstechnikWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1 der Abschlussprüfung findet am Ende des ersten Lehrjahres statt, etwa im 12. bis 15. Monat: schriftlich Grundlagen der Metalltechnik (120 Minuten) sowie eine rund dreistündige praktische Arbeitsaufgabe zur Herstellung und Messung einfacher Bauteile. Teil 2 am Ende der zweijährigen Ausbildung besteht aus der praktischen Arbeitsaufgabe - Einrichten und Bedienen einer umformtechnischen Maschine mit Qualitätsprüfung, rund 5 Stunden, 50 Prozent -, den schriftlichen Bereichen Technologie der Umform- und Drahttechnik (120 Minuten, 20 Prozent) und Fertigungsplanung und -kontrolle (90 Minuten, 20 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent). Im Gesamtergebnis sind mindestens 50 von 100 Punkten nötig, kein schriftlicher Bereich darf unter 30 Punkte fallen; ein separates Fachgespräch ist nicht vorgesehen.

Prüfungsthemen

  • Umformtechnische Verfahren (Ziehen, Walzen, Pressen, Wickeln)
  • Werkstoffkunde Metalle (Stahl, Kupfer, Aluminium, Legierungen)
  • Maschinentechnik und CNC-Steuerungen
  • Qualitätsprüfung und Messtechnik (Toleranzen, DIN-Normen)
  • Fertigungsplanung und Arbeitsvorbereitung
  • Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung kann die Fachkraft für Metalltechnik in der Fachrichtung Umform- und Drahttechnik durch Berufserfahrung und Weiterbildung Karriere machen. Typische nächste Schritte sind die Weiterqualifikation zum Industriemeister Metall (IHK) oder zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Metalltechnik. Wer studieren möchte, kann über eine Hochschulzugangsberechtigung Studiengänge wie Maschinenbau, Produktionstechnik oder Werkstofftechnik anstreben. Nach 5–10 Jahren Berufspraxis sind Positionen als Teamleiter Produktion, Schichtführer, Einrichter oder Produktionsplaner realistisch. Spezialisierungen bieten sich in der Qualitätssicherung (z. B. CQP nach DGQ), Instandhaltung oder Arbeitsvorbereitung an. Das Gehalt steigt mit Verantwortung und Qualifikation deutlich an.

Bewerbungstipps

Weil viele Betriebe zum Start im August oder September früh planen, sollte die Bewerbung 12 bis 18 Monate vorher eingehen. Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, aktuelles Zeugnis und eventuelles Praktikumszeugnis gehören in die Mappe. Viele Metallbetriebe führen einen IHK-Einstellungstest oder einen betriebsinternen Test mit mathematischen Aufgaben, technischem Verständnis und räumlichem Vorstellungsvermögen durch; im Gespräch wird auf technisches Interesse, Sorgfalt und Teamfähigkeit geachtet. Ein absolviertes Betriebspraktikum, Kenntnisse aus dem Werkunterricht oder eigene Bastelprojekte und Modellbau zeigen praktisches Interesse und überzeugen Ausbilder.

Werbung
Professionelle Bewerbungsunterlagen erstellen lassen -- Die Bewerbungsschreiber

Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

An Ziehmaschinen und Walzwerken richten Fachkräfte für Metalltechnik der Fachrichtung Umform- und Drahttechnik Werkzeuge wie Ziehdüsen und Gesenkformen ein und überwachen die Fertigung, etwa durch Einstellen des Walzspalts oder Vermessen gezogener Drähte. Die zweijährige Ausbildung nach BBiG wird mit 620 bis 900 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 2.400 Euro. Eng zusammengearbeitet wird dabei mit Qualitätsprüfern und Produktionsplanern.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Fachkraft für Metalltechnik - Fachrichtung Umform- und Drahttechnik in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Fachkraft für Metalltechnik - Fachrichtung Umform- und Drahttechnik liegt bei etwa 620–900 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.400 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fachkraft für Metalltechnik - Fachrichtung Umform- und Drahttechnik?
Die duale Ausbildung zum Fachkraft für Metalltechnik - Fachrichtung Umform- und Drahttechnik dauert regulär 2 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Welche Fachrichtungen gibt es bei der Fachkraft für Metalltechnik?
Der Beruf gliedert sich in fünf Fachrichtungen: Umform- und Drahttechnik, Zerspanungstechnik, Stanz- und Umformtechnik, Montagetechnik sowie Konstruktionstechnik. In der Fachrichtung Umform- und Drahttechnik liegt der Schwerpunkt auf der Verformung metallischer Werkstoffe sowie der Herstellung und Verarbeitung von Drähten und Profilen. Die gemeinsamen Grundlagen werden im ersten Ausbildungsjahr vermittelt, bevor die fachrichtungsspezifischen Inhalte folgen.
Welcher Schulabschluss wird für diese Ausbildung benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik und Physik sowie handwerkliches Geschick sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern findet man eine Stelle?
Fachkräfte für Metalltechnik mit der Fachrichtung Umform- und Drahttechnik arbeiten vor allem in der metallverarbeitenden Industrie, etwa bei Herstellern von Drahterzeugnissen, Federn, Schrauben oder Halbzeugprodukten. Auch Zulieferbetriebe der Automobil- und Maschinenbauindustrie sowie Stahlwerke zählen zu typischen Arbeitgebern. Die Stellen finden sich sowohl in Großunternehmen als auch in mittelständischen Betrieben.
Welche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bestehen nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung ist eine Weiterqualifizierung zum Industriemeister Metall oder zum Geprüften Fertigungsmechaniker möglich. Wer die Hochschulzugangsberechtigung besitzt, kann auch ein Studium im Bereich Maschinenbau oder Werkstofftechnik aufnehmen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Ausbildung durch eine Anschlussausbildung auf einen drei- oder dreieinhalbjährigen Metallberuf aufzustocken.

Ähnliche Berufe in Metallberufe

Behälter- und Apparatebauer

Behälter- und Apparatebauer fertigen Druckbehälter, Tanks, Silos, Wärmetauscher und komplexe Apparate aus Stahl, Edelstahl oder Aluminium nach technischen Zeichnungen. Der Beruf verbindet anspruchsvolles Schweißen, Umformen und Montieren mit hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen, etwa im Druckgeräte- und Explosionsschutz. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen mit handwerklichem Geschick, Präzisionssinn und Freude an metallverarbeitenden Fertigungsverfahren.

3 Jahre →

Industriemechaniker

Industriemechaniker stellen Maschinen, Anlagen und Baugruppen her, montieren und warten sie in industriellen Fertigungsbetrieben. Der Beruf verbindet präzise Metallbearbeitung mit moderner CNC-Technik und Hydraulik. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen mit handwerklichem Geschick, die gerne an komplexen Maschinen arbeiten und systematisch Fehler analysieren.

3 Jahre →

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie

Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie steuern und überwachen industrielle Prozesse zur Herstellung von Metallen und Halbzeugen wie Blechen, Bändern, Rohren oder Drähten. Der Beruf verbindet metallurgisches Fachwissen mit moderner Anlagentechnik und Prozesssteuerung. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen, die präzise arbeiten, Verantwortung übernehmen und komplexe Produktionsabläufe verstehen möchten.

3.5 Jahre →

Fachkraft für Metalltechnik - Fachrichtung Zerspanungstechnik

Die Fachkraft für Metalltechnik in der Fachrichtung Zerspanungstechnik richtet und bedient Werkzeugmaschinen wie Dreh-, Fräs- und Bohrmaschinen, um Metallbauteile durch spanende Bearbeitung herzustellen. Die zweijährige Ausbildung verbindet handwerkliches Geschick mit technischem Verständnis für Maschinen und Werkstoffe. Besonders geeignet ist der Beruf für Personen mit Interesse an Präzisionsarbeit, Maschinenbedienung und technischen Zeichnungen.

2 Jahre →