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Erzieher

Erzieherinnen und Erzieher begleiten, fördern und betreuen Kinder und Jugendliche in Kitas, Horten, Heimen und Jugendzentren. Der Beruf verbindet pädagogisches Fachwissen mit praktischer Beziehungsarbeit und erfordert hohes Einfühlungsvermögen. Er eignet sich für Menschen, die gerne mit Kindern arbeiten, kreativ sind und Verantwortung für die frühkindliche Entwicklung übernehmen möchten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

1.200–1.400 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.900 €

nach der Ausbildung

Prüfung

Staatliche Prüfung

Was machst du als Erzieher?

Der Arbeitsalltag von Erzieherinnen und Erziehern beginnt morgens mit der Begrüßung der Kinder, der Übergabe durch Eltern und der Vorbereitung der Tagesstruktur. Konkret planen und leiten sie Morgenkreise, gestalten gezielte Angebote wie Sprachförderung mit Bildkarten oder Montessori-Materialien, begleiten Freispielzeiten und dokumentieren Beobachtungen zur Entwicklung einzelner Kinder in digitalen Portfoliosystemen wie Starmind oder KitaPilot. Nachmittags werden Förderprojekte durchgeführt, zum Beispiel musikalische Früherziehung mit Orff-Instrumenten, Bastelangebote oder Ausflüge auf den Naturerlebnispfad. Erzieher führen Elterngespräche, bereiten Entwicklungsberichte vor und tauschen sich im Team über individuelle Beobachtungen aus. In Horten betreuen sie Schulkinder bei den Hausaufgaben und organisieren Sport- und Freizeitangebote. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Kolleginnen, Therapeuten, Lehrkräften und dem Träger der Einrichtung. Dokumentation, Raumgestaltung und Hygienemanagement gehören ebenso zum Alltag.

Wo arbeitest du?

Erzieherinnen und Erzieher arbeiten überwiegend in Kindertagesstätten, Krippen, Horten, Jugendzentren, Wohngruppen der Jugendhilfe und Kinderhäusern. Typische Träger sind kommunale Jugendämter, Wohlfahrtsverbände wie AWO, Caritas, Diakonie und DRK sowie private und konfessionelle Träger. In Deutschland herrscht erheblicher Fachkräftemangel, besonders in Ballungsräumen. Die Beschäftigungsaussichten sind daher ausgezeichnet und die Jobsicherheit sehr hoch.

Voraussetzungen

Je nach Bundesland wird mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt, in einigen Ländern auch das Fachabitur oder Abitur. Wichtige Schulfächer sind Deutsch für Kommunikation und Berichte, Biologie für Entwicklung und Gesundheit sowie Sozialkunde. Wer mit Kindern arbeitet, braucht ausgeprägte Empathie, Geduld und Belastbarkeit. Freude an kreativer Arbeit mit Musik, Basteln oder Sport, Teamfähigkeit und die Bereitschaft, das eigene Handeln immer wieder zu reflektieren, gehören ebenso dazu wie Zuverlässigkeit und ein sicheres Auftreten gegenüber Eltern.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr – bei der Erzieherausbildung meist als Vorpraktikum oder erstes Schuljahr organisiert – stehen Grundlagen der Pädagogik, Entwicklungspsychologie, Kommunikation und Gruppenführung im Vordergrund. Lernende erwerben Basiswissen zu Bindungstheorien (Bowlby, Ainsworth), Schutzkonzepten und rechtlichen Grundlagen (SGB VIII, Bundeskinderschutzgesetz). Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr vertiefen angehende Erzieher Themen wie inklusive Pädagogik, Sprachentwicklungsförderung, interkulturelle Bildung und Methoden der Beobachtung und Dokumentation (z. B. Bildungs- und Lerngeschichten, Portfolio). Medienpädagogik und Projektarbeit gewinnen an Bedeutung. Gegenüber der Ausbildung als Kinderpfleger deckt die Erzieherausbildung ein breiteres Altersspektrum ab und befähigt zur eigenverantwortlichen Gruppen- und Einrichtungsleitung. Praktische Phasen in verschiedenen Einrichtungsarten sind zentraler Bestandteil.

Sozialpädagogische Theorie und PraxisEntwicklungspsychologie und PädagogikRecht und VerwaltungDeutsch/KommunikationGesundheitserziehung und Hygiene

Staatliche Prüfung & Abschluss

Weil die Erzieherausbildung landesrechtlich geregelt ist, unterscheiden sich Prüfungsstruktur und -zeitpunkte je nach Bundesland. Üblich ist eine Zwischenprüfung nach dem zweiten Schuljahr mit schriftlichen Klausuren von je 90–120 Minuten zu Sozialpädagogischer Theorie und Praxis sowie Recht und Organisation. Die staatliche Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung besteht aus drei bis vier schriftlichen Klausuren von je 120–180 Minuten in den Bereichen Pädagogik und Psychologie, Soziologie und Gesellschaftslehre sowie Recht und Verwaltung, die zusammen etwa 40–50 % ausmachen, einer praktischen Facharbeit oder Projektarbeit mit rund 25 % Gewichtung sowie einem abschließenden Kolloquium beziehungsweise Fachgespräch von 20–30 Minuten mit 25–35 % Gewichtung. Zum Bestehen sind in der Regel mindestens 50 Punkte in jedem Prüfungsbereich erforderlich, und ein nicht bestandener Teil kann einmal wiederholt werden.

Prüfungsthemen

  • Pädagogik und Entwicklungspsychologie
  • Soziologie und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
  • Recht (SGB VIII, Bundeskinderschutzgesetz, Heimrecht)
  • Didaktik und Methodik frühkindlicher Bildung
  • Inklusion und sonderpädagogische Grundlagen
  • Beobachtung und Dokumentation (Portfolio, Bildungsgeschichten)
  • Organisations- und Einrichtungsmanagement

Karriere nach der Ausbildung

Nach der staatlichen Anerkennung als Erzieher stehen zahlreiche Weiterbildungswege offen. Fachkräfte können sich zum Fachwirt für Erziehungswesen, zur Kita-Leitung oder zum Heilpädagogen (staatlich anerkannt) qualifizieren. Einschlägige Studiengänge sind Bachelor of Arts Soziale Arbeit, Sozialpädagogik oder Kindheitspädagogik, die häufig auch berufsbegleitend angeboten werden. Nach fünf bis zehn Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Gruppenleitung, stellvertretende Einrichtungsleitung oder Kita-Leitung realistisch. Spezialisierungen sind möglich in den Bereichen Inklusion/Sonderpädagogik, Sprachförderung, Krippe (U3), Jugendarbeit oder Familienberatung. Gehaltlich wächst das Bruttomonatsgehalt mit Führungsverantwortung auf 3.500–4.500 EUR.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Für den meist im August oder September liegenden Ausbildungsstart sollte die Bewerbung sechs bis zwölf Monate vorher eingereicht werden. Zur Mappe gehören Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis sowie Nachweise über Praktika oder Ehrenamt, etwa in der Jugendarbeit oder als Nachhilfelehrkraft; das erweiterte Führungszeugnis wird meist erst bei der Einstellung verlangt. Im Vorstellungsgespräch wird häufig nach eigenen Erfahrungen mit Kindern, der Motivation und konkreten pädagogischen Situationen gefragt, und einige Träger führen Eignungsgespräche mit Rollenspiel oder Gruppenaufgaben durch. Besonders überzeugend wirken Bewerberinnen und Bewerber, die Vorkenntnisse in Entwicklungspsychologie zeigen, praktische Erfahrungen aus Praktika oder Freiwilligendiensten wie FSJ oder BFD mitbringen und ihre Begeisterung für die Arbeit mit Kindern authentisch vermitteln.

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Ratgeber

Wer als Erzieherin oder Erzieher arbeitet, plant Morgenkreise, gestaltet Sprachförderangebote mit Bildkarten oder Montessori-Material und dokumentiert die Entwicklung einzelner Kinder in digitalen Portfoliosystemen wie KitaPilot. Die dreijährige Fachschulausbildung ist landesrechtlich geregelt und wird bereits mit 1.200 bis 1.400 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei rund 2.900 Euro monatlich. In Horten betreuen sie zudem Schulkinder bei den Hausaufgaben.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Erzieher in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Erzieher liegt bei etwa 1.200–1.400 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.900 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Erzieher?
Die duale Ausbildung zum Erzieher dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen in der Erzieherausbildung?
Innerhalb der Ausbildung können Schwerpunkte in Bereichen wie Krippe und Kleinkindbetreuung, Hort und Schulkinderbetreuung oder Heimerziehung gesetzt werden. Manche Fachschulen bieten zudem spezifische Vertiefungen in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen oder in der Sozialpädagogik an. Die genauen Schwerpunkte hängen von der jeweiligen Fachschule und dem Bundesland ab.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Erzieherausbildung?
In der Regel wird ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) sowie eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung oder eine vorherige Tätigkeit im sozialpädagogischen Bereich vorausgesetzt. Die genauen Zugangsvoraussetzungen variieren je nach Bundesland erheblich. Ein Hauptschulabschluss allein ist in den meisten Bundesländern nicht ausreichend für den direkten Zugang zur Erzieherausbildung.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern können Erzieher arbeiten?
Erzieher arbeiten überwiegend in Kindertagesstätten, Kindergärten, Krippen und Horten sowie in Jugendheimen, Wohngruppen und Einrichtungen der Jugendhilfe. Arbeitgeber sind häufig kommunale Träger, gemeinnützige Wohlfahrtsverbände wie AWO, Caritas oder Diakonie sowie private Träger. Auch in Ganztagsschulen, Behinderteneinrichtungen und offenen Jugendfreizeiteinrichtungen sind Erzieher tätig.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Erzieherausbildung?
Nach der Ausbildung können Erzieher etwa die Weiterbildung zur Kita-Leitung, zum Heilpädagogen oder zur Fachkraft für Inklusion absolvieren. An vielen Hochschulen ist ein Studium der Sozialpädagogik, Sozialen Arbeit oder Kindheitspädagogik möglich, da die Erzieherausbildung häufig als Studienzugangsvoraussetzung anerkannt wird. Einige Bundesländer ermöglichen zudem über die Fachschule den Erwerb der Fachhochschulreife.

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