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Elektroniker für Informations- und Systemtechnik

Früher: Elektroniker für Informations- und Telekommunikationstechnik

Elektroniker für Informations- und Systemtechnik installieren, konfigurieren und warten komplexe informationstechnische Systeme und Netzwerke. Sie verknüpfen Elektronik mit IT und arbeiten an Automatisierungsanlagen, Kommunikationssystemen und Sicherheitstechnik. Der Beruf eignet sich besonders für technisch interessierte Menschen, die sowohl handwerklich arbeiten als auch programmieren und Netzwerke konfigurieren möchten.

Ausbildungsdauer

3.5 Jahre

Azubi-Gehalt

620–1.050 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.700 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Elektroniker für Informations- und Systemtechnik?

Der Arbeitsalltag findet überwiegend in Werkstätten, Serverräumen, Rechenzentren oder direkt beim Kunden vor Ort statt. Morgens beginnt die Arbeit häufig mit der Auswertung von Störmeldungen in Netzwerkmanagementsystemen wie SolarWinds oder PRTG und der Planung von Wartungseinsätzen. Typische Aufgaben umfassen das Verlegen und Konfektionieren von Kupfer- und Lichtwellenleiterkabeln, das Crimpen von RJ45-Steckern sowie das Testen von Übertragungsstrecken mit Fluke-Netzwerktestern. Nachmittags werden häufig Switches von Cisco oder Hirschmann konfiguriert, VLANs eingerichtet und Firewall-Regeln in Systemen wie pfSense oder FortiGate angepasst. Ein weiteres Aufgabenfeld ist die Installation und Inbetriebnahme von Videoüberwachungsanlagen, Zutrittskontrollsystemen oder Gebäudeleittechnik. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit IT-Administratoren, Elektroinstallateuren und Projekterklären sowie direkt mit Kunden bei der Fehlerdiagnose und Abnahme von Systemen.

Wo arbeitest du?

Elektroniker für Informations- und Systemtechnik finden Stellen bei Systemintegratoren und IT-Dienstleistern, Telekommunikationsunternehmen wie Deutsche Telekom oder Vodafone, Elektronikunternehmen wie Bosch, Siemens oder Phoenix Contact sowie bei spezialisierten Sicherheitstechnikfirmen und Gebäudeautomationsunternehmen. Rechenzentren, Kliniken, Industriebetriebe und öffentliche Verwaltungen suchen diese Fachkräfte ebenfalls. In der Branche besteht deutlicher Fachkräftemangel, besonders für Netzwerk- und Sicherheitstechnikspezialisten.

Voraussetzungen

Grundvoraussetzung ist ein Realschulabschluss, weil die Ausbildung umfangreiche Kenntnisse in Mathematik und IT verlangt. In der Schule zahlt sich Mathematik für die Berechnung elektrischer Größen und Algorithmen ebenso aus wie Physik mit Schwerpunkt Elektrizitätslehre und Optik für Lichtwellenleiter, dazu Informatik als drittes zentrales Fach. Analytisches Denkvermögen und räumliches Vorstellungsvermögen helfen beim Verständnis komplexer Netzwerkstrukturen, während Sorgfalt beim Umgang mit empfindlichen Bauteilen wie Glasfaserkabeln unverzichtbar ist. Wer sich für Netzwerke und Software begeistert und im direkten Kundenkontakt kommunikationsstark auftritt, bringt gute Voraussetzungen für diesen Beruf mit.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen elektrotechnische Grundlagen im Mittelpunkt: Gleichstrom- und Wechselstromtechnik, das Messen mit Multimetern und Oszilloskopen, Schaltplanerstellung mit CAE-Software sowie Sicherheitsvorschriften nach DIN VDE 0100. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Azubis die Netzwerktechnik (OSI-Schichtmodell, TCP/IP, Routing, Switching), Programmiergrundlagen in Python oder C und den Aufbau von speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) mit STEP 7 oder TIA Portal. Im dritten Lehrjahr folgen Spezialisierungen in IT-Sicherheit, Systemintegration, Fernwirktechnik und Gebäudeautomation nach KNX-Standard. Im Vergleich zum Elektroniker für Betriebstechnik liegt der Schwerpunkt klar auf Datenkommunikation und vernetzten Systemen statt auf Energieverteilung.

Elektrotechnik / InformationstechnikNetzwerktechnikIT-Sicherheit und DatenschutzSystemtechnik und AutomatisierungWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1 der Abschlussprüfung liegt am Ende des zweiten Ausbildungsjahres, ungefähr im 18. Monat, und besteht aus einer vierstündigen praktischen Aufgabe, bei der eine elektrische Schaltung aufgebaut und geprüft wird; er fließt mit 20 Prozent in die Gesamtnote ein. Nach dreieinhalb Jahren folgt Teil 2 mit vier Prüfungsbereichen: Systemintegration als praktische Arbeitsaufgabe über 14 Stunden mit 50 Prozent Gewichtung, dazu die schriftlichen Bereiche Informations- und Systemtechnik (120 Minuten, 12 Prozent), Systemübergreifende Konzeption (90 Minuten, 12 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 6 Prozent). Um zu bestehen, müssen in allen Prüfungsbereichen mindestens 50 Punkte erreicht werden. Die praktische Arbeitsaufgabe schließt mit einem rund 20-minütigen Fachgespräch ab.

Prüfungsthemen

  • Netzwerktechnik und Protokolle (TCP/IP, OSI-Modell, VLANs, Routing)
  • Elektrotechnische Grundlagen und Schaltungstechnik
  • SPS-Programmierung und Automatisierungstechnik
  • IT-Sicherheit und Datenschutz
  • Informations- und Kommunikationssysteme
  • Systemintegration und Inbetriebnahme
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungswege: Der IHK-Abschluss als Industriemeister Elektrotechnik (ca. 12–18 Monate berufsbegleitend) qualifiziert für Führungsaufgaben in der Produktion. Als staatlich geprüfter Techniker Elektrotechnik an Fachschulen (2 Jahre Vollzeit) eröffnen sich Projektleiterpositionen. Ein duales Studium zum Bachelor of Engineering in Informations- und Kommunikationstechnik oder Embedded Systems ist ebenfalls möglich. Spezialisierungen sind in IT-Sicherheit (Zertifikate: CompTIA Security+, CISSP), Netzwerkadministration (CCNA) oder Automatisierungstechnik möglich. Realistisches Einstiegsgehalt nach Ausbildung: 2.400–3.000 EUR brutto. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Netzwerkadministrator, IT-Projektleiter oder Abteilungsleiter Systemtechnik mit 4.000–5.500 EUR brutto erreichbar.

Bewerbungstipps

Weil der Ausbildungsstart typischerweise im August oder September liegt, empfiehlt es sich, die Bewerbung schon 12 bis 18 Monate vorher, also etwa ab September des Vorjahres, einzureichen. Die Mappe sollte ein Anschreiben mit konkretem Bezug zur Technik enthalten, zum Beispiel eigene Netzwerkprojekte oder Erfahrungen mit dem Raspberry Pi, dazu Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und mögliche Praktikumsnachweise. Größere Betriebe und Konzerne arbeiten häufig mit Online-Bewerberportalen und schalten vorab einen IHK-Einstellungstest mit Grundrechenarten, technischem Verständnis und Logikaufgaben. Im Vorstellungsgespräch werden oft einfache Schaltkreise erklärt oder grundlegende IT-Begriffe abgefragt. Besonders überzeugend wirkt, wer eigene Initiative zeigen kann, etwa ein selbst eingerichtetes Heimnetzwerk, Arduino-Projekte oder absolvierte Online-Kurse zu Netzwerktechnik.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Im Mittelpunkt der Tätigkeit als Elektroniker für Informations- und Systemtechnik stehen das Verlegen von Kupfer- und Glasfaserkabeln, die Konfiguration von Netzwerk-Switches sowie die Einrichtung von Zutrittskontroll- und Videoüberwachungsanlagen bei Kunden vor Ort. Die BBiG-Ausbildung dauert 3,5 Jahre bei 620 bis 1.050 Euro Vergütung, der Einstiegsverdienst liegt bei etwa 2.700 Euro. Die Arbeit findet in Werkstätten, Serverräumen und Rechenzentren statt.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Elektroniker für Informations- und Systemtechnik in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Elektroniker für Informations- und Systemtechnik liegt bei etwa 620–1.050 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.700 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Systemtechnik?
Die duale Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Systemtechnik dauert regulär 3.5 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen innerhalb der Ausbildung zum Elektroniker für Informations- und Systemtechnik?
Die Ausbildung selbst ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, jedoch können Betriebe inhaltliche Schwerpunkte setzen, etwa in der Netzwerktechnik, Gebäudeautomation, industriellen Steuerungstechnik oder Sicherheitstechnik. In der Berufsschule und im Betrieb werden je nach Ausrichtung unterschiedliche Systeme und Technologien behandelt.
Welchen Schulabschluss braucht man für diese Ausbildung?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis bevorzugen die meisten Betriebe jedoch Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschule) oder Abitur. Gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Informatik sind aufgrund der technischen Anforderungen besonders vorteilhaft. Auch Hauptschulabsolventen mit sehr guten Noten haben grundsätzlich Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern findet man als Elektroniker für Informations- und Systemtechnik eine Stelle?
Einsatzgebiete sind unter anderem die Industrie, Telekommunikationsunternehmen, IT-Dienstleister, Energieversorger, der öffentliche Dienst sowie Unternehmen aus dem Bereich Gebäude- und Sicherheitstechnik. Auch Hersteller von Mess-, Steuer- und Regelungssystemen sowie Rechenzentren zählen zu typischen Arbeitgebern. Die Berufsaussichten gelten aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung als gut.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Techniker (z. B. staatlich geprüfter Elektrotechniker) oder zum Meister im Elektrotechnikerhandwerk möglich. Über die Berufserfahrung oder den Techniker-/Meistertitel kann auch ohne Abitur ein Fachhochschulstudium, etwa in Elektrotechnik, Informatik oder Wirtschaftsingenieurwesen, aufgenommen werden. Zusätzlich bieten Kammern und private Bildungsträger Zertifikatslehrgänge zu spezifischen Technologien an.

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