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Chemielaborjungwerker

Der Chemielaborjungwerker ist ein zweijähriger Ausbildungsberuf im chemisch-technischen Bereich, der speziell für Hauptschulabsolventen konzipiert wurde. Auszubildende erlernen grundlegende Labortätigkeiten wie Messen, Wiegen, Mischen und einfache Analyseverfahren. Der Beruf eignet sich für Jugendliche mit Interesse an Naturwissenschaften, handwerklichem Geschick und dem Wunsch nach einer praxisorientierten Einstiegsqualifikation in die Chemieindustrie.

Ausbildungsdauer

2 Jahre

Azubi-Gehalt

700–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.100 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Chemielaborjungwerker?

Der Arbeitsalltag eines Chemielaborjungwerkers findet überwiegend im Labor oder in der Produktion eines Chemiebetriebs statt. Morgens beginnt die Arbeit mit der Vorbereitung des Arbeitsplatzes: Laborgeräte wie Bechergläser, Erlenmeyerkolben, Pipetten und Messkolben werden gereinigt und bereitgestellt. Chemikalien werden nach Rezeptur abgewogen – dazu kommen Präzisionswaagen wie Analysenwaagen mit einer Genauigkeit von 0,1 mg zum Einsatz. Einfache Probenahmen aus Produktionsprozessen werden durchgeführt und dokumentiert. Nachmittags werden Rohrproben oder Fertigprodukte auf grundlegende Parameter geprüft, etwa pH-Wert (mit pH-Meter oder Indikatorpapier), Dichte (mit Pyknometer oder Aräometer) und Temperatur. Analyseergebnisse werden handschriftlich oder in einfachen EDV-Systemen wie SAP oder LIMS erfasst. Zudem werden Laborabfälle gemäß Gefahrstoffverordnung sortiert und entsorgt. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Chemielaboranten, Chemikanten und Schichtführern.

Wo arbeitest du?

Chemielaborjungwerker arbeiten fast ausschließlich in der chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie in der Kunststoff- und Gummiverarbeitung. Typische Arbeitgeber sind Großunternehmen wie BASF, Bayer, Evonik, Lanxess, Wacker Chemie sowie mittelständische Spezialchemieunternehmen. Auch Farbenhersteller, Lackindustrie und Reinigungsmittelproduzenten bilden aus. Der Großteil der Stellen befindet sich in industriellen Produktionsstandorten. Aufgrund des demografischen Wandels und der Bedeutung der Chemieindustrie in Deutschland besteht ein spürbarer Fachkräftebedarf auf Hilfskräfteebene.

Voraussetzungen

Dieser Beruf wurde gezielt als Einstiegsqualifikation für Hauptschulabsolventen konzipiert, ein Hauptschulabschluss genügt also völlig. Trotzdem sollten die Noten in Chemie, Physik und Mathematik stimmen, denn Maßeinheiten, Berechnungen und naturwissenschaftliche Zusammenhänge gehören zum täglichen Handwerkszeug im Labor. Wer hier arbeitet, muss sorgfältig und genau vorgehen, denn schon kleine Ungenauigkeiten führen zu Fehlanalysen. Ein ausgeprägtes Hygiene- und Sicherheitsbewusstsein ist Pflicht, dazu handwerkliches Geschick im Umgang mit Glasgeräten sowie Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit im Laboralltag.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Laborarbeit im Mittelpunkt: Umgang mit Laborgeräten und -chemikalien, Sicherheitsvorschriften nach TRGS (Technische Regeln für Gefahrstoffe), Erste Hilfe im Labor sowie einfache physikalische Messungen wie Temperatur-, Druck- und Volumenmessung. Grundlegende chemische Begriffe (Elemente, Verbindungen, Gemische) und Werkstoffkunde werden eingeführt. Im zweiten Lehrjahr werden Kenntnisse vertieft: einfache nasschemische Analyseverfahren (Titrationen, pH-Messungen), Probenahme und -vorbereitung, Dokumentation nach GMP-Richtlinien sowie der Umgang mit Gefahrstoffen und Schutzausrüstungen (PSA). Im Vergleich zum Chemielaboranten ist die Ausbildung kürzer und weniger tiefgehend in der Theorie; komplexe Analyseverfahren wie Chromatographie oder Spektroskopie werden kaum behandelt. Der Schwerpunkt liegt auf praktischer Grundlagentätigkeit.

Chemie und LabortechnikArbeitssicherheit und UmweltschutzMathematikWirtschafts- und SozialkundeDeutsch/Kommunikation

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Abschlussprüfung nach Paragraf 37 BBiG findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, entweder im Winter- (Januar/Februar) oder im Sommertermin (Juni/Juli), und ist anders als bei vielen Berufen einteilig - eine separate Zwischenprüfung gibt es nicht. Schriftlich werden Chemische Grundlagen (90 Minuten), Labortechnik und Arbeitssicherheit (60 Minuten) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (45 Minuten) geprüft. Hinzu kommt eine rund 150-minütige praktische Laboraufgabe, etwa eine Titration oder eine Dichtebestimmung. Die Gewichtung: praktische Aufgabe 50 Prozent, Chemische Grundlagen 25 Prozent, Labortechnik 15 Prozent, Wirtschafts- und Sozialkunde 10 Prozent. Zum Bestehen müssen im Gesamtergebnis mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden; ein etwa 15-minütiges Fachgespräch kann die praktische Aufgabe ergänzen.

Prüfungsthemen

  • Chemische Grundlagen (Elemente, Verbindungen, Reaktionstypen)
  • Labortechnik und Umgang mit Laborgeräten
  • Arbeitssicherheit, Gefahrstoffkunde und PSA
  • Einfache nasschemische Analyseverfahren (Titration, pH-Messung)
  • Physikalische Messgrößen (Dichte, Temperatur, Volumen)
  • Dokumentation und Qualitätssicherung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung zum Chemielaborjungwerker stehen mehrere Entwicklungswege offen. Der naheliegendste Schritt ist die Anschlussausbildung zum Chemielaboranten (weitere 2 Jahre, IHK) oder zum Chemikant (Produktionsseite). Mit einem guten Realschulabschluss ist auch ein Direkteinstieg in diese Berufe möglich. Wer mehrere Jahre Berufserfahrung sammelt, kann den Industriemeister Chemie (IHK) oder den Techniker Fachrichtung Chemietechnik anstreben. Weiterführend sind Studien­gänge wie Chemieingenieurwesen (B.Eng.) oder Chemie (B.Sc.) an Fachhochschulen erreichbar. Realistische Führungspositionen nach 8–10 Jahren: Schichtführer, Laborleiter kleiner Betriebslabore oder Qualitätskontrollbeauftragter. Das Gehalt steigt mit Zusatzqualifikation von ca. 2.200 EUR auf bis zu 3.800 EUR brutto monatlich.

Bewerbungstipps

Zwölf bis achtzehn Monate vor dem Start im August oder September, also schon im Herbst des Vorjahres, sollte die Bewerbung eingehen. Anschreiben, Lebenslauf, die Zeugnisse der letzten zwei Jahre und - wenn vorhanden - ein Praktikumszeugnis aus einem chemischen oder naturwissenschaftlichen Betrieb gehören in die Mappe. Im Vorstellungsgespräch werden oft einfache Rechenaufgaben wie Dreisatz oder Prozentrechnung sowie Chemie-Grundkenntnisse abgefragt, manche Unternehmen setzen zusätzlich den IHK-Einstellungstest oder eigene Konzentrations- und Sorgfaltstests ein. Ausbilder legen großen Wert auf Pünktlichkeit, Ordentlichkeit und Lernbereitschaft. Ein vorheriges Schülerpraktikum im Chemielabor ist ein starkes Argument und sollte im Gespräch aktiv angesprochen werden.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Erste Schritte im Labor macht der Chemielaborjungwerker mit dem Abwiegen von Chemikalien an der Analysenwaage, einfachen Probenahmen aus der Produktion und der Messung von pH-Wert und Dichte. Die zweijährige BBiG-Ausbildung wird mit 700 bis 950 Euro vergütet, danach liegt das Einstiegsgehalt bei rund 2100 Euro. Gearbeitet wird eng mit Chemielaboranten und Schichtführern zusammen.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Chemielaborjungwerker in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Chemielaborjungwerker liegt bei etwa 700–950 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.100 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Chemielaborjungwerker?
Die duale Ausbildung zum Chemielaborjungwerker dauert regulär 2 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Fachrichtungen oder Spezialisierungen beim Chemielaborjungwerker?
Der Chemielaborjungwerker ist ein Stufenausbildungsberuf ohne klassische Fachrichtungen. Er bildet die erste Stufe der Ausbildung und legt Grundlagen für eine anschließende Weiterqualifizierung zum Chemielaborant. Betriebliche Schwerpunkte können sich je nach Unternehmen und Produktionsbereich unterscheiden.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Chemielaborjungwerker benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Betriebe jedoch Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Grundkenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften sind von Vorteil, da chemische Berechnungen und Laborarbeit zum Berufsalltag gehören.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Chemielaborjungwerker?
Chemielaborjungwerker finden Beschäftigung in der chemischen und pharmazeutischen Industrie, in Kunststoff- und Lackherstellung sowie in der Lebensmittel- und Kosmetikbranche. Typische Arbeitgeber sind Industriebetriebe mit eigenen Laboren oder Produktionsabteilungen, aber auch Forschungseinrichtungen und Prüflabore.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Chemielaborjungwerker?
Da die Ausbildung als Stufenausbildung konzipiert ist, können Absolventen direkt in die verkürzte Ausbildung zum Chemielaboranten einsteigen und so einen höherwertigen Abschluss erwerben. Darüber hinaus sind Fortbildungen zum Chemiemeister oder ein Studium der Chemie oder Chemietechnik möglich, teils auch über den zweiten Bildungsweg.

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