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Automatenfachmann

Der Automatenfachmann (bzw. die Automatenfachfrau) ist spezialisiert auf die Bewirtschaftung, Wartung und kaufmännische Betreuung von Warenautomaten, Unterhaltungsautomaten und Geldspielgeräten. Das Besondere an diesem Beruf ist die einzigartige Kombination aus technischem Verständnis, kaufmännischem Denken und direktem Kundenkontakt. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und wird von der IHK begleitet. Geeignet ist der Beruf für Menschen, die selbstständig arbeiten, gerne unterwegs sind und sowohl handwerkliche als auch betriebswirtschaftliche Aufgaben schätzen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

650–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Automatenfachmann?

Der Arbeitsalltag beginnt oft früh morgens mit der Tourenplanung: Welche Automatenstandorte müssen heute angefahren werden? Mit dem Servicefahrzeug werden verschiedene Standorte wie Supermärkte, Tankstellen, Spielhallen oder Betriebskantinen angefahren. Dort werden Warenautomaten befüllt – ob Snacks, Getränke oder Tabakwaren – und Geldspielgeräte auf einwandfreie Funktion geprüft. Technische Störungen werden direkt vor Ort diagnostiziert und mit Werkzeug sowie Ersatzteilen behoben, zum Beispiel das Austauschen von Münzprüfern, Kartenlesern oder Greifmechanismen. Nachmittags werden Kassenbestände abgerechnet, Einnahmen erfasst und in die Warenwirtschaftssoftware (z. B. VendMAX oder ähnliche Systeme) eingepflegt. Außerdem werden Standortgespräche mit Gaststättenbetreibern oder Filialverantwortlichen geführt und Aufstellverträge verwaltet. Die Arbeit findet größtenteils alleine oder im Zweierteam statt, regelmäßiger Austausch erfolgt mit Disponenten, Technikern und Standortpartnern.

Wo arbeitest du?

Automatenfachleute arbeiten vor allem bei Automatenaufstellunternehmen, Spielhallengesellschaften und Getränke- bzw. Snackautomatenbetreibern. Zu den bekannten Arbeitgebern zählen Unternehmen wie Sirius Automaten, Gauselmann AG, Löwen Entertainment oder regionale Getränkeautomaten-Dienstleister. Auch Brauereien und Großhändler mit eigenem Automatenservice sind Arbeitgeber. Der Markt ist mittelständisch geprägt. Der Fachkräftemangel im Bereich Automatenservice ist spürbar – qualifizierte Automatenfachleute werden bundesweit gesucht.

Voraussetzungen

Wer sich für die Ausbildung zum Automatenfachmann interessiert, sollte im Idealfall einen Realschulabschluss mitbringen, denn die Kombination aus Technik und Kaufmannswissen verlangt ein gewisses Abstraktionsvermögen. Mathematik spielt für Kalkulationen, Kassenabrechnungen und Stückzahlberechnungen eine Rolle, Physik beziehungsweise Technik für die elektrischen Grundlagen der Automaten, Deutsch für Kundengespräche vor Ort und die schriftliche Dokumentation. Da die Servicetouren meist allein gefahren werden, zählen Organisationstalent und Selbstständigkeit genauso wie handwerkliches Geschick, Zuverlässigkeit und ein freundliches Auftreten gegenüber Standortpartnern.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen im Vordergrund: Aufbau und Funktion verschiedener Automatentypen, Grundzüge der Elektrotechnik, Sicherheitsvorschriften sowie einfache Wartungsarbeiten und Befüllung. Zudem wird kaufmännisches Grundwissen vermittelt: Buchführung, Warenwirtschaft und das Führen von Kassenberichten. Im zweiten Lehrjahr vertieft sich die technische Ausbildung: Fehlerdiagnose, Reparatur von Steuerungssystemen, Umgang mit Münz- und Kartenlesegeräten sowie Kenntnisse zur Spielverordnung und zum Jugendschutzgesetz. Kaufmännisch kommen Themen wie Kalkulation, Standortbewertung und Vertragsgestaltung hinzu. Im dritten Lehrjahr werden komplexe Reparaturen, Bestandscontrolling, Aufstellgespräche und betriebswirtschaftliche Auswertungen geübt. Im Vergleich zu rein technischen Berufen ist die kaufmännische Komponente – insbesondere Abrechnung und Standortmanagement – deutlich ausgeprägter.

Betriebswirtschaft und RechnungswesenAutomatenwirtschaft und TechnikVertrieb und KundenmanagementDeutsch/KommunikationEnglish for BusinessWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Der Automatenfachmann legt seine IHK-Abschlussprüfung in zwei Teilen ab. Nach rund 18 Monaten Ausbildung steht Teil 1 an: eine praktische Aufgabe zum Einstellen und Instandhalten eines Automaten, für die drei Stunden Zeit eingeplant sind, ergänzt durch eine 60-minütige schriftliche Prüfung zur Automatentechnik. Mit 25 Prozent fließt dieser Teil in die Endnote ein. Am Ende des dritten Lehrjahres folgt Teil 2 mit vier Prüfungsbereichen: Automatenbewirtschaftung und Service (schriftlich, 90 Minuten, 30 Prozent), Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (schriftlich, 60 Minuten, 20 Prozent), Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten, 10 Prozent) und ein Fachgespräch zu Kundenberatung und Standortthemen von maximal 20 Minuten Dauer, das mit 15 Prozent gewichtet wird. In jedem einzelnen Bereich ist mindestens die Note ausreichend, also 50 Punkte, Voraussetzung zum Bestehen, wobei gerade das Fachgespräch die kommunikativen Anforderungen des Berufs direkt widerspiegelt.

Prüfungsthemen

  • Geschäftsprozesse in der Automatenwirtschaft
  • Betriebliche Leistungserstellung und Kundenservice
  • Buchführung, Kostenrechnung und Statistik
  • Automatentechnik und Wartung
  • Vertrieb, Marketing und Standortmanagement
  • Kaufmännische Abwicklung und Rechtskunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich verschiedene Weiterbildungswege an. Der 'Geprüfte Fachwirt für Automatenservice (IHK)' ist die klassische Aufstiegsfortbildung mit vertieftem Schwerpunkt auf Management und Technik. Alternativ ist der 'Handelsfachwirt IHK' oder eine Weiterbildung zum 'Technischen Fachwirt' möglich. Wer ins Studium wechseln möchte, eignen sich Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsingenieurwesen oder Handelsmanagement. Nach 5 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Gebietsleiter, Fuhrpark- oder Wartungsverantwortlicher realistisch, nach 10 Jahren auch Standortleitung oder Niederlassungsleiter bei größeren Betreibern. Das Gehalt steigt auf 2.800–3.800 € monatlich, in Führungspositionen darüber hinaus.

Bewerbungstipps

Wer sich für diesen Ausbildungsplatz bewirbt, sollte die Unterlagen 12 bis 18 Monate vor dem gewünschten Start einreichen, da Betriebe in diesem Bereich früh planen. Neben Anschreiben und Lebenslauf gehört das aktuelle Schulzeugnis in die Mappe, Praktikumsnachweise runden sie sinnvoll ab. Im Vorstellungsgespräch zählen Pünktlichkeit, ein gepflegtes Auftreten und erkennbares technisches Interesse, denn häufig stellen Ausbilder Fragen zu Mechanik oder Elektronik. Wer von eigenen Reparaturerfahrungen, Heimwerken oder Modellbau berichten kann, punktet zusätzlich. Manche Betriebe lassen zudem einen kurzen Eignungstest in Mathematik und technischem Verständnis schreiben. Am Ende überzeugen jene Bewerber, die glaubhaft vermitteln, sowohl eigenverantwortlich als auch im Team arbeiten zu können.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Von Snackautomaten bis Geldspielgeräten: Automatenfachleute befüllen und warten Verkaufs- und Unterhaltungsautomaten an Standorten wie Tankstellen oder Kantinen und beheben technische Störungen direkt vor Ort. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 650 bis 950 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei rund 2200 Euro. Kassenabrechnung und Vertragsverwaltung gehören ebenfalls zum Alltag.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Automatenfachmann in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Automatenfachmann liegt bei etwa 650–950 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.200 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Automatenfachmann?
Die duale Ausbildung zum Automatenfachmann dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es beim Automatenfachmann verschiedene Fachrichtungen oder Spezialisierungen?
Ja, der Ausbildungsberuf gliedert sich in zwei Fachrichtungen: Automatenmechanik und Automatenservice. Die Fachrichtung Automatenmechanik umfasst technische Wartung und Reparatur, während der Automatenservice stärker auf Aufstellung, Betreuung und kaufmännische Aspekte ausgerichtet ist.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Automatenfachmann benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Da technisches Verständnis und kaufmännische Grundkenntnisse gefragt sind, sind gute Noten in Mathematik und Technik von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Automatenfachleute?
Automatenfachleute sind vor allem in der Automatenwirtschaft tätig, also bei Betreibern von Geldspiel-, Warenausgabe- oder Unterhaltungsautomaten. Mögliche Arbeitgeber sind Automatenverleiher, Spielhallenbetreiber, Unternehmen der Verpflegungsautomatik sowie Hersteller und Wartungsdienstleister für Automaten.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Automatenfachmann?
Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum geprüften Automatenfachwirt möglich, der auf die Übernahme von Führungsaufgaben vorbereitet. Alternativ kann über den zweiten Bildungsweg oder eine Aufstiegsfortbildung die Fachhochschulreife erlangt und anschließend ein Studium in Betriebswirtschaft oder Technik aufgenommen werden.

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