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FachwirtWirtschaft & VerwaltungBBiG §53,54

Fachwirt für Versicherungen und Finanzen

Der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen ist eine IHK-Aufstiegsfortbildung, die Fachkräfte zur Übernahme von Leitungs- und Managementaufgaben in der Versicherungs- und Finanzbranche befähigt. Der Absolvent verfügt über umfassendes kaufmännisches und branchenspezifisches Wissen sowie Führungskompetenzen und kann Geschäftsprozesse eigenverantwortlich gestalten und optimieren.

Dauer

2 Monate

oder 18 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

2.500–4.500 €

Gehalt danach

ab 4.200 €

nach Abschluss

Prüfung

Fachwirtprüfung

Was machst du als Fachwirt für Versicherungen und Finanzen?

Nach dem Abschluss übernimmst du Führungsaufgaben und Managementtätigkeiten in Versicherungsunternehmen, Finanzdienstleistungsbetrieben oder Maklerbüros. Du leitest Teams, verantwortest Geschäftsbereiche, entwickelst Verkaufsstrategien, überwachst die Einhaltung von Compliance-Richtlinien und Regularien, managst Kundenbeziehungen und optimierst Geschäftsprozesse. Darüber hinaus kannst du Schulungs- und Personalentwicklungsaufgaben übernehmen.

Wo arbeitest du?

Versicherungsunternehmen (Lebensversicherung, Sachversicherung, Krankenversicherung), Finanzdienstleistungsunternehmen, Maklerbüros und Maklerverbünde, Pensionskassen, Finanzberater und unabhängige Finanzvertriebe, Banken mit Versicherungssparten, Versicherungsbroker und Corporate Insurance Betriebe

Voraussetzungen

Zulassungsvoraussetzung ist eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung (z.B. Versicherungskaufmann/-frau, Finanzwirt) plus mindestens drei Jahre Berufspraxis, oder alternativ fünf Jahre Berufserfahrung im Versicherungs- und Finanzbereich ohne formale Ausbildung. Die genauen Zulassungsvoraussetzungen regelt die Prüfungsordnung der IHK.

Was lernst du in der Fortbildung?

Die Fortbildung vermittelt vertieftes Wissen zu Versicherungsprodukten, Finanzdienstleistungen und deren rechtlichen Rahmenbedingungen (BaFin-Regularien, Versicherungsrecht, Finanzmarktrecht). Du lernst Managementmethoden, Unternehmensführung, Kostenrechnung, Controlling, Personalwirtschaft, Marketing und Vertriebsstrategien in der Finanzbranche. Besondere Schwerpunkte sind Risikomanagement, Compliance und ethische Standards im Finanzsektor.

Fachwirtprüfung & Abschluss

Die IHK-Fachwirtprüfung besteht aus vier schriftlichen Prüfungsteilen (je 180 Minuten) und einer mündlichen Prüfung (Präsentation und Fachgespräch). Die schriftlichen Teile prüfen Versicherungswirtschaft, Finanzdienstleistungen, Betriebswirtschaft/Rechnungswesen sowie Personalführung und Unternehmensorganisation. Die Prüfung wird von der zuständigen IHK durchgeführt.

Prüfungsthemen

  • Versicherungswirtschaft und Versicherungsprodukte
  • Finanzdienstleistungen und Finanzmarktrecht
  • Betriebswirtschaft, Rechnungswesen und Controlling
  • Personalwirtschaft, Führung und Unternehmensorganisation
  • Compliance, Regulierung und Risikomanagement
  • Marketing, Vertrieb und Kundenmanagement

Karriere nach der Fortbildung

Nach dem Abschluss kannst du in leitende Positionen wie Abteilungsleiter, Filialleiter oder Kundendienstleiter aufsteigen. Du erhältst Qualifikationen für Führungsaufgaben im mittleren Management und kannst verantwortungsvolle Positionen in der Geschäftsentwicklung und dem Vertrieb übernehmen. Die Fortbildung befähigt dich zudem zur Ausbildung von Fachkräften. Mit zusätzlichen Qualifikationen ist auch der Weg in die Selbstständigkeit als Versicherungsmakler oder Finanzmakler möglich.

Förderung

Die Fortbildung ist nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG, ehemals Meister-BAföG) förderbar. Abhängig von persönlichen Verhältnissen können Zuschüsse für Lehrgangsgebühren und Prüfungsgebühren sowie ein zinsloses Darlehen gewährt werden.

Ratgeber

Der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen ist eine Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG, §§ 53–54) und wird durch die IHK abgenommen. Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 2 Monate, in Teilzeit rund 18 Monate, die Lehrgangskosten liegen zwischen 2.500 und 4.500 Euro. Nach bestandener Prüfung verdienen Fachwirte für Versicherungen und Finanzen durchschnittlich zwischen 4.200 und 5.500 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Zulassung zur Fortbildung erfüllen?
Zur Prüfung zugelassen wird, wer eine abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung (z. B. als Versicherungskaufmann/-frau oder Finanzwirt) sowie mindestens drei Jahre Berufspraxis im Versicherungs- oder Finanzbereich nachweist. Alternativ genügt eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung im Versicherungs- und Finanzbereich auch ohne formale Berufsausbildung. Die genauen Zulassungsbedingungen legt die zuständige IHK fest, weshalb eine individuelle Beratung empfohlen wird.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es für diese Fortbildung?
Die Fortbildung zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen ist nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG), dem sogenannten Aufstiegs-BAfoeG, förderungsfähig. Dabei können bis zu 50 % der Lehrgangs- und Prüfungskosten als Zuschuss und der Rest als zinsgünstiges Darlehen gefördert werden – unabhängig von Einkommen und Alter. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, beim erfolgreichen Abschluss 50 % des noch ausstehenden Darlehens erlassen zu bekommen.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnen sich nach dem Abschluss?
Mit dem Abschluss qualifizierst du dich für leitende Positionen im mittleren Management, etwa als Abteilungsleiter, Filialleiter oder Kundendienstleiter in Versicherungsunternehmen, Banken oder Finanzdienstleistern. Darüber hinaus berechtigt der Abschluss zur Ausbildung von Auszubildenden (AdA-Schein vorausgesetzt) und eröffnet Möglichkeiten im Vertrieb sowie in der Geschäftsentwicklung. Auch eine selbstständige Tätigkeit als Versicherungs- oder Finanzmakler ist mit diesem Abschluss anstrebbar.
Ermöglicht dieser Abschluss den Zugang zu einem Hochschulstudium?
Ja, der Abschluss als Fachwirt für Versicherungen und Finanzen wird in Deutschland einer Hochschulzugangsberechtigung gleichgestellt. Absolventen können damit an vielen Fachhochschulen und Hochschulen ein fachlich einschlägiges Studium aufnehmen, ohne ein klassisches Abitur vorweisen zu müssen. Die genauen Regelungen variieren je nach Bundesland und Hochschule, eine Vorabklärung bei der gewünschten Hochschule wird daher empfohlen.