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FachwirtWirtschaft & VerwaltungBBiG §53,54

Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung

Der Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung ist eine IHK-Aufstiegsfortbildung, die Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen zu Führungs- und Managementaufgaben befähigt. Absolventen können medizinische Einrichtungen wie Arztpraxen, Zahnarztpraxen und ambulante Pflegedienste eigenverantwortlich leiten und wirtschaftlich steuern.

Dauer

3 Monate

oder 20 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

2.500–4.000 €

Gehalt danach

ab 2.800 €

nach Abschluss

Prüfung

Fachwirtprüfung

Was machst du als Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung?

Du übernimmst Führungsverantwortung in ambulanten medizinischen Einrichtungen und managst Geschäftsprozesse, Personal sowie Finanzen. Du entwickelst Strategien zur Patientenversorgung, organisierst Abläufe, führst Teams und stellst Qualitätsstandards sicher. Darüber hinaus verantwortest du Budgetplanung, Abrechnungswesen und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Wo arbeitest du?

Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Kieferorthopädische Praxen, Ambulante Pflegedienste, Medizinische Versorgungszentren (MVZ), Therapiepraxen (Physiotherapie, Logopädie), Sanitätshäuser, Gesundheitszentren, Private Kliniken mit ambulanten Abteilungen

Voraussetzungen

Du benötigst einen anerkannten Berufsabschluss in einem medizinischen oder pflegerischen Ausbildungsberuf (z.B. Medizinische Fachangestellte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Krankenpfleger, Altenpfleger) sowie mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung. Alternativ wird eine dreijährige Berufserfahrung ohne anerkannten Abschluss akzeptiert.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du erwirbst Kompetenzen in der Betriebswirtschaft, Personalwirtschaft und Qualitätsmanagement im Kontext der ambulanten medizinischen Versorgung. Die Ausbildung vermittelt dir Kenntnisse in Gesundheitsrecht, Abrechnung und Kodierung, Patientenmanagement sowie digitale Systeme im Gesundheitswesen. Du lernst auch, Projekte zu leiten und dich mit medizinischen und pflegerischen Fachfragen auseinanderzusetzen.

Fachwirtprüfung & Abschluss

Die Fachwirtprüfung wird von der IHK durchgeführt und besteht typischerweise aus einer schriftlichen Prüfung (Multiple Choice und Fallbearbeitung) sowie einer mündlichen Prüfung (Präsentation und Fachgespräch). Die Gesamtdauer der Prüfung umfasst mindestens 8-10 Stunden verteilt auf mehrere Tage.

Prüfungsthemen

  • Gesundheitspolitik, Gesundheitssystem und Organisation der ambulanten medizinischen Versorgung
  • Betriebswirtschaft und Finanzmanagement in medizinischen Einrichtungen
  • Personalmanagement und Führungskompetenz
  • Qualitätsmanagement, Recht, Abrechnung und Kodierung im Gesundheitswesen

Karriere nach der Fortbildung

Nach dem Abschluss qualifizierst du dich für Managementpositionen in Arztpraxen, Zahnarztpraxen, ambulanten Pflegediensten und medizinischen Versorgungszentren. Du kannst eine eigene Praxis eröffnen, Berechtigung als Ausbilder erlangen oder in Gesundheitsorganisationen in leitender Funktion tätig werden. Der Abschluss eröffnet dir auch den Zugang zu Studiengängen im Gesundheitsmanagement.

Förderung

Diese Fortbildung ist förderfähig durch das Aufstiegs-BAföG (ehemals Meister-BAföG), das Zuschüsse zu Lehrgangsgebühren und Prüfungsgebühren sowie Unterhaltsbeihilfe bietet.

Ratgeber

Der Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung ist eine IHK-Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG, §§ 53, 54). Der Vollzeitlehrgang dauert rund 3 Monate, in Teilzeit etwa 20 Monate; die Lehrgangskosten liegen zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Nach bestandener Prüfung erzielen Absolventen ein durchschnittliches Bruttogehalt von 2.800 bis 3.800 Euro monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Fortbildung zum Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung erfüllen?
Voraussetzung ist ein anerkannter Berufsabschluss in einem medizinischen oder pflegerischen Ausbildungsberuf, etwa als Medizinische Fachangestellte, Zahnmedizinische Fachangestellte, Gesundheits- und Krankenpfleger oder Altenpfleger, sowie mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung. Alternativ kann eine mindestens dreijährige Berufspraxis im Gesundheitswesen ohne formal passenden Abschluss als Zulassungsvoraussetzung anerkannt werden. Die genauen Zulassungsbedingungen legt die jeweils zuständige IHK fest.
Gibt es finanzielle Förderung für diese Fortbildung?
Die Fortbildung ist grundsätzlich über das Aufstiegs-BAföG (früher: Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) förderungsfähig. Es können bis zu 15.000 Euro Maßnahmekosten bezuschusst werden, davon bis zu 50 Prozent als nicht rückzahlbarer Zuschuss und der Rest als zinsgünstiges Darlehen. Zusätzlich besteht bei bestandener Prüfung ein Erlass von 50 Prozent des noch offenen Darlehens.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Abschluss als Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung?
Mit dem Abschluss qualifizieren sich Absolventen für leitende Positionen in Arztpraxen, Zahnarztpraxen, medizinischen Versorgungszentren und ambulanten Pflegediensten, etwa als Praxismanager oder Bereichsleitung. Darüber hinaus berechtigt der Abschluss zur Ausbildung von Nachwuchskräften im Betrieb (Ausbildereignung nach AEVO kann ergänzend erworben werden). Eine Selbstständigkeit, beispielsweise durch Führung oder Gründung einer eigenen Praxis, ist ebenfalls möglich.
Berechtigt der Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung zum Hochschulzugang?
Ja, bestandene Fortbildungsprüfungen auf dem Niveau des DQR 6 – zu dem IHK-Fachwirte in der Regel zählen – berechtigen in den meisten Bundesländern zum Zugang zu einem Hochschulstudium, auch ohne klassische Hochschulreife. In der Regel besteht damit eine fachgebundene oder allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, deren genauer Umfang je nach Bundesland variiert. Es empfiehlt sich, die konkreten Regelungen bei der gewünschten Hochschule oder der zuständigen Landesbehörde zu erfragen.