🧭AG
AusbildungsberufeWeiterbildungBerufs-CheckRatgeber★ Merkliste
← Alle Weiterbildungen
FachwirtWirtschaft & VerwaltungBBiG §53,54

Immobilienfachwirt

Der Immobilienfachwirt ist eine IHK-Aufstiegsfortbildung für Fachkräfte der Immobilienbranche. Sie vermittelt kaufmännisches und betriebswirtschaftliches Fachwissen sowie Führungskompetenzen für Positionen im mittleren und gehobenen Management. Absolventen sind befähigt, Immobilienunternehmen oder Abteilungen eigenverantwortlich zu leiten.

Dauer

3 Monate

oder 16 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

2.800–4.000 €

Gehalt danach

ab 3.400 €

nach Abschluss

Prüfung

Fachwirtprüfung

Was machst du als Immobilienfachwirt?

Als Immobilienfachwirt leitest du Abteilungen oder kleinere Immobilienunternehmen und verantwortest kaufmännische Prozesse wie Vermarktung, Verkauf und Vermietung von Immobilien. Du verhandelst mit Kunden, Maklern und Handwerkern, überwachst Budgets und Projekte und sorgst für Compliance sowie Kundenbetreuung. Gleichzeitig trägst du Personalverantwortung und entwickelst Geschäftsstrategien.

Wo arbeitest du?

Immobilienmaklerunternehmen, Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften, Immobilienverwaltungen, Immobilienfonds und Investmentgesellschaften, Banken und Sparkassen (Immobilienabteilungen), Projektentwickler, Hotelketten und Gaststättenbetriebe mit Immobilienportfolio

Voraussetzungen

Zulassungsvoraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung (z.B. Immobilienmakler, Immobilienassistant oder verwandter Beruf) plus mindestens drei Jahre Berufserfahrung in der Immobilienwirtschaft, oder sechs Jahre ohne anerkannte Ausbildung. Für die Teilnahme wird ein mittleres Schulabschluss-Niveau erwartet.

Was lernst du in der Fortbildung?

Du erwirbst Fachwissen in Immobilienmarketing, Vertriebs- und Vermietermanagement sowie Immobilienfinanzierung und -bewertung. Parallel lernst du Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Personalführung, Kommunikation und rechtliche Grundlagen (Mietrecht, Kaufrecht, Steuerrecht). Die Fortbildung befähigt dich zu strategischem Denken und nachhaltiger Geschäftsführung.

Fachwirtprüfung & Abschluss

Die IHK-Fachwirtprüfung besteht aus vier schriftlichen Prüfungsteilen (je 120 Minuten) sowie einem mündlichen Prüfungsteil (Fachgespräch). Die Prüfung wird von der zuständigen IHK durchgeführt und behandelt betriebswirtschaftliche und spezifische Inhalte der Immobilienbranche.

Prüfungsthemen

  • Immobilienverwaltung und Vermarktung
  • Immobilienbewertung und Finanzierung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde / Recht
  • Führung und Organisation

Karriere nach der Fortbildung

Nach Abschluss kannst du in Führungspositionen bei Immobilienunternehmen, Maklerunternehmen, Wohnungskonzernen oder in der Immobilienverwaltung aufsteigen. Du erwirbst die Berechtigung, Auszubildende auszubilden (Ausbildereignung nach AEVO). Mit dem Fachwirt-Abschluss und angesammelter Erfahrung ist auch die Gründung eines eigenen Immobilienmakler- oder Verwaltungsunternehmens möglich.

Förderung

Der Immobilienfachwirt ist förderfähig durch das Aufstiegs-BAföG ("Meister-BAföG"), das Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bis zu 70% erstattet und einen Familienunterhaltszuschuss ermöglicht.

Ratgeber

Der Immobilienfachwirt ist eine bundesweit anerkannte Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG, §§ 53–54) und wird von der IHK abgenommen. Der Vollzeitlehrgang dauert rund 3 Monate, in Teilzeit etwa 16 Monate; die Lehrgangskosten liegen zwischen 2.800 und 4.000 Euro. Nach bestandener Prüfung verdienen Immobilienfachwirte durchschnittlich zwischen 3.400 und 4.300 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Zulassung zum Immobilienfachwirt erfüllen?
Zugelassen wird, wer eine erfolgreich abgeschlossene einschlägige Berufsausbildung – beispielsweise als Immobilienkaufmann/-frau, Immobilienmakler oder in einem verwandten Beruf – sowie mindestens drei Jahre Berufserfahrung in der Immobilienwirtschaft nachweist. Wer keine anerkannte Ausbildung in diesem Bereich vorweisen kann, benötigt in der Regel sechs Jahre einschlägige Berufspraxis. Die genauen Zulassungsbedingungen legt die jeweilige IHK fest.
Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Immobilienfachwirt-Fortbildung?
Die Fortbildung ist über das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG, geregelt im AFBG) förderungsfähig. Dabei können Lehrgangs- und Prüfungsgebühren zu 50 % als Zuschuss und bis zu 50 % als zinsgünstiges Darlehen übernommen werden; bei bestandener Prüfung werden 50 % des verbleibenden Darlehens erlassen. Zusätzlich bieten einige Bundesländer ergänzende Förderprogramme an.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Abschluss als Immobilienfachwirt?
Mit dem Abschluss qualifizierst du dich für Führungs- und Leitungspositionen in Immobilienunternehmen, Maklerbüros, Wohnungsgesellschaften und der Immobilienverwaltung. Gleichzeitig erwirbst du die Berechtigung, Auszubildende zu betreuen (Ausbildereignung gemäß AEVO). Mit ausreichend Berufserfahrung steht zudem der Weg in die Selbstständigkeit, etwa als Immobilienmakler oder -verwalter, offen.
Kann ich mit dem Immobilienfachwirt-Abschluss studieren?
Ja, der Abschluss als Immobilienfachwirt (IHK) berechtigt in allen Bundesländern zum Studium an Fachhochschulen und – je nach Landesregelung – auch an Universitäten, ohne dass ein klassisches Abitur erforderlich ist. Grundlage dafür ist der Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) von 2009, der Inhabern von Fortbildungsabschlüssen nach BBiG §§ 53–54 eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung einräumt. Es empfiehlt sich, die genauen Zulassungsmodalitäten vorab bei der gewünschten Hochschule zu erfragen.