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Werksteinhersteller

Werksteinhersteller fertigen künstliche Steine und Betonwaren wie Treppenstufen, Fassadenplatten, Fensterbänke oder Pflastersteine aus Beton, Terrazzo und ähnlichen mineralischen Bindemitteln. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit Kenntnissen in Baustoffkunde und Formenbau. Er eignet sich für Menschen, die präzise arbeiten, gerne mit Beton und Gesteinskörnungen umgehen und an der Herstellung langlebiger Bauprodukte interessiert sind.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–850 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Werksteinhersteller?

Morgens beginnt der Arbeitstag in der Werksteinhalle oder im Fertigteilwerk mit der Vorbereitung der Schalungen und Formen aus Stahl, Holz oder Kunststoff. Du trägst Trennmittel auf, legst Bewehrungsstähle oder Glasfasermatten ein und mischst Betone sowie Terrazzogemische nach vorgegebenen Mischungsrezepturen. Dabei bedienst du Betonmischmaschinen, Rütteltische und Vibrationsgeräte, um Luftblasen zu entfernen und eine gleichmäßige Verdichtung zu erzielen. Nachmittags werden gegossene Werkstücke entschalt, nachbearbeitet und oberflächenveredelt: Du schleifst Terrazzobauteile mit Schleifmaschinen (Körnung 40 bis 400), bürstest Oberflächen, setzt Farbpigmente gezielt ein oder polierst Fassadenplatten auf Hochglanz. Außerdem prüfst du Maßhaltigkeit mit Messschiebern und Wasserwaagen, dokumentierst Chargenprotokolle und sortierst Produkte nach Qualitätsklassen. Du arbeitest eng mit Betontechnologen, Vorarbeitern und der Qualitätssicherung zusammen.

Wo arbeitest du?

Werksteinhersteller arbeiten überwiegend in Betonfertigteilwerken, Terrazzo- und Werksteinbetrieben sowie in Baustoffwerken mittelständischer Unternehmen. Typische Arbeitgeber sind Firmen wie Kann Baustoffwerke, Rinn Beton- und Naturstein oder regionale Terrazzohandwerksbetriebe. Die Branche umfasst außerdem Hersteller von Grabsteinen, Treppen- und Fassadenelementen. Der Beruf ist dem Handwerk (HwO) nahestehend, wird aber auch in Industriebetrieben ausgeübt. Es besteht ein spürbarer Fachkräftemangel, da der Beruf vergleichsweise wenig bekannt ist.

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss genügt formal, besser ist ein mittlerer Schulabschluss, weil Berechnungen zu Mischungsverhältnissen, Materialbedarf und Maßtoleranzen gute Mathematikkenntnisse voraussetzen. Mathematik, Physik und Chemie, etwa zu Baustoffreaktionen und Abbindeprozessen, zählen zu den wichtigen Schulfächern. Handwerkliches Geschick und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen sollten mitgebracht werden, Sorgfalt und Genauigkeit sind bei der Maßhaltigkeit der Bauteile unerlässlich. Körperliche Belastbarkeit ist gefragt, da schwere Schalungen und Betonteile bewegt werden, Interesse an Materialkunde und gestalterischem Arbeiten ist ein klarer Vorteil.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen Grundlagen der Baustoffkunde im Mittelpunkt: Eigenschaften von Zement, Sand, Kies und Gesteinskörnungen, Herstellung einfacher Betongemische, Schalungsbau aus Holz und Stahl sowie Arbeitssicherheit beim Umgang mit Betonzusatzmitteln und Zementstaub. Du lernst das Einrichten einfacher Formen und die manuelle Verarbeitung von Frischbeton. Im 2. Lehrjahr vertiefst du die Terrazzotechnik: Einsetzen von Messingschienen, Farbgestaltung durch Mineralpigmente, Schleifen und Versiegeln. Du lernst Bewehrungs- und Armierungstechniken sowie die maschinelle Herstellung von Betonwaren auf Rüttelpressen und Umlaufanlagen. Im 3. Lehrjahr spezialisierst du dich auf Oberflächenveredelung, Qualitätsprüfung nach DIN-Normen, Kalkulation von Materialbedarf und komplexe Sonderbauteile. Im Vergleich zum Beton- und Stahlbetonbauer liegt der Schwerpunkt nicht auf Rohbauarbeiten, sondern auf der präzisen Produktfertigung im Werksbetrieb.

BaustoffkundeBautechnik und WerkstoffverarbeitungTechnisches Zeichnen und CADMathematik/FachrechnenWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die Zwischenprüfung findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, üblicherweise im Januar oder Februar, mit einem 120-minütigen schriftlichen Teil zu Baustoffkunde, Schalungsbau und Mischungsberechnung sowie einer rund vierstündigen praktischen Aufgabe, bei der ein einfaches Werkstück aus Beton oder Terrazzo herzustellen ist. Die Abschlussprüfung im dritten Lehrjahr findet schriftlich im April oder Mai und praktisch im Mai oder Juni statt: Das Herstellen eines Werkstücks als praktische Arbeitsaufgabe dauert 7 Stunden und zählt 50 Prozent, dazu kommen die schriftlichen Bereiche Baustoff- und Werkstoffkunde (120 Minuten, 20 Prozent), Bautechnik und Arbeitsplanung (90 Minuten, 20 Prozent) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent). Zum Bestehen muss die Gesamtleistung mindestens 50 von 100 Punkten erreichen, kein Prüfungsbereich darf unter 30 Punkte fallen. An die praktische Arbeitsaufgabe schließt ein rund 15-minütiges Fachgespräch an.

Prüfungsthemen

  • Baustoff- und Werkstoffkunde (Zement, Zuschlagstoffe, Zusatzmittel)
  • Mischungsberechnung und Rezepturentwicklung
  • Schalungs- und Formenbau
  • Terrazzotechnik und Oberflächenveredelung
  • Bewehrungs- und Armierungstechnik
  • Qualitätsprüfung und DIN-Normen für Betonwaren
  • Arbeitsplanung und Arbeitssicherheit

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, den Werkpolier oder den Industriemeister Beton- und Fertigteilbau (IHK) anzustreben, was Führungsaufgaben als Schicht- oder Werksleiter ermöglicht. Der staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Bautechnik oder Betontechnologie bietet eine akademische Vertiefung ohne Abitur. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium zum Bachelor of Engineering im Bauingenieurwesen oder in der Baustofftechnologie möglich. Spezialisierungen ergeben sich in den Bereichen Qualitätssicherung, Restaurierung historischer Terrazzobauteile oder Betondesign. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Vorarbeiter, Werksleiter kleiner Produktionsbetriebe oder technischer Berater im Baustoffhandel realistisch. Das Gehalt steigt dabei auf 2.800–3.800 EUR brutto monatlich.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Am besten bewirbt man sich 10 bis 12 Monate vor dem meist im August oder September liegenden Ausbildungsstart, spätestens im Oktober des Vorjahres. Zur Mappe gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, die Schulzeugnisse der letzten zwei Jahre und gegebenenfalls Nachweise über Praktika im Bau- oder Handwerksbereich. Im Vorstellungsgespräch wird oft nach praktischem Grundwissen gefragt, etwa den Bestandteilen von Beton oder eigenen handwerklichen Erfahrungen, manche Betriebe nutzen zusätzlich einen einfachen Einstellungstest mit mathematischen Grundaufgaben zu Flächen- und Volumenberechnungen sowie handwerklichen Aufgaben. Ausbilder schätzen besonders Bewerber, die Eigeninitiative zeigen, bereits Erfahrungen mit Werkzeug oder in der Werkstatt gesammelt haben und sich für Baustoffe und Gestaltung interessieren. Ein Praktikum im Betrieb vorab erhöht die Chancen erheblich.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Im Mittelpunkt der Tätigkeit als Werksteinhersteller steht das Gießen von Beton- und Terrazzobauteilen in Schalungen: Nach dem Entschalen werden Oberflächen geschliffen, gebürstet oder auf Hochglanz poliert. Maßhaltigkeit und Chargenprotokolle werden dabei laufend dokumentiert. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 620 bis 850 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei rund 2.400 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Werksteinhersteller in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Werksteinhersteller liegt bei etwa 620–850 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.400 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Werksteinhersteller?
Die duale Ausbildung zum Werksteinhersteller dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf Werksteinhersteller?
Im Rahmen der Ausbildung zum Werksteinhersteller können Schwerpunkte in der Herstellung von Betonwerkstein, Terrazzo oder Naturwerkstein gesetzt werden. Je nach Betrieb spezialisieren sich Auszubildende auf bestimmte Produktgruppen wie Bodenplatten, Fassadenelemente oder Denkmalpflegeprodukte.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Werksteinhersteller benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Grundkenntnisse in Mathematik und handwerkliches Geschick sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Werksteinhersteller?
Werksteinhersteller sind vor allem in Betrieben der Baustoff- und Betonwarenindustrie tätig. Weitere Arbeitgeber finden sich im Bereich Naturstein- und Terrazzoherstellung, im Bauhaupt- und Ausbaugewerbe sowie bei Unternehmen der Denkmalpflege. Auch Hersteller von Garten- und Landschaftsbaustoffen beschäftigen diesen Berufsstand.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Werksteinhersteller?
Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Industriemeister oder Techniker im Bereich Bau- und Betonfertigteile möglich. Über den zweiten Bildungsweg oder mit entsprechender Berufserfahrung kann auch ein Studium im Bereich Bauingenieurwesen oder Bautechnik aufgenommen werden. Zudem besteht die Möglichkeit, sich durch Fortbildungen in der Qualitätssicherung oder Arbeitssicherheit zu qualifizieren.

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