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Veranstaltungskaufmann

Veranstaltungskaufleute planen, organisieren und vermarkten Kongresse, Messen, Firmenevents, Konzerte und Kulturveranstaltungen von der Konzeptidee bis zur Nachkalkulation. Der Beruf verbindet kaufmännisches Denken mit Kreativität und hohem Koordinationsaufwand unter Zeitdruck. Er eignet sich für kommunikationsstarke Menschen mit Organisationstalent, die gerne mit Dienstleistern, Kunden und Technikteams zusammenarbeiten.

ℹ️ Für diesen Beruf läuft aktuell eine gesetzliche Neuordnung der Ausbildung — einzelne Angaben auf dieser Seite können sich in Kürze ändern.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Veranstaltungskaufmann?

Morgens beginnt der Arbeitstag meist mit der Prüfung von E-Mails und der Aktualisierung von Projektplänen in Software wie Asana, MS Project oder branchenspezifischen Tools wie Eventbrite oder famoso. Du koordinierst Angebote von Caterern, Veranstaltungstechnikern, Hotelkontingenten und Druckdienstleistern, verhandelst Preise und erstellst Kostenvoranschläge sowie Budgetpläne in Excel oder SAP. Ein typisches Vormittagsbeispiel: Du prüfst eingehende Teilnehmeranmeldungen für ein Firmenseminar, bearbeitest sie im Anmeldesystem und sendest Bestätigungen heraus. Nachmittags steht häufig die Abstimmung mit Kunden und internen Abteilungen im Mittelpunkt – etwa Briefings mit dem Marketingteam zur Gestaltung von Flyern, Bannern und Social-Media-Ankündigungen. Vor Ort bei der Veranstaltung überwachst du den Aufbau, prüfst Bestuhlung, Bühnentechnik und Catering-Aufbau und bist Ansprechpartner für alle Beteiligten. Nach der Veranstaltung erstellst du die Nachkalkulation, wertest Teilnehmerfeedback aus und pflegst Kundendaten im CRM-System. Du arbeitest eng mit Eventmanagern, Technikern, Grafikern und externen Dienstleistern zusammen.

Wo arbeitest du?

Veranstaltungskaufleute arbeiten bei Eventagenturen (z. B. VOK DAMS, Uniplan, MCI), Kongresszentren (z. B. Congress Center Hamburg, Messe Frankfurt), Hotelbetrieben mit Tagungsbereich (Hilton, Marriott), Messe- und Ausstellungsgesellschaften, Kultureinrichtungen (Theater, Konzerthäuser), Verbänden und Non-Profit-Organisationen sowie in internen Eventagenturen großer Unternehmen (z. B. Automobilkonzerne, Pharmaunternehmen). Der Fachkräftemangel in der Eventbranche ist seit 2022 deutlich spürbar.

Voraussetzungen

Wer Veranstaltungskaufmann werden möchte, sollte mindestens einen mittleren Schulabschluss mitbringen, da kaufmännische Rechenkenntnisse, schriftliche Kommunikation und Textverständnis auf solidem Niveau gefragt sind. Deutsch, Mathematik, Wirtschaft/Sozialwissenschaften und Englisch für internationale Events zählen zu den wichtigsten Schulfächern. Ausgeprägtes Organisationstalent, Stressresistenz bei Termindruck und Kommunikationsstärke im Umgang mit Kunden und Dienstleistern gehören zum Anforderungsprofil, ebenso Kreativität bei der Konzeptentwicklung und eine strukturierte, eigenverantwortliche Arbeitsweise. Freude an der Arbeit mit Menschen und Flexibilität bei den Arbeitszeiten, etwa an Abenden und Wochenenden, sind für diesen Beruf unverzichtbar.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen kaufmännische Grundlagen im Vordergrund: Buchführung, Rechnungswesen, Vertragsrecht (BGB, Veranstaltungsrecht), Bürokommunikation sowie ein erster Überblick über Veranstaltungsformate und -typen. Du lernst den Umgang mit Office-Anwendungen und grundlegende Marketingkonzepte kennen. Im zweiten Lehrjahr vertiefst du Projektmanagement, Budgetplanung, Lieferantenauswahl und das Erstellen von Leistungsverzeichnissen. Veranstaltungstechnik, Sicherheitsvorschriften (z. B. Versammlungsstättenverordnung) und Sponsoring-Konzepte werden praxisnah vermittelt. Im dritten Lehrjahr liegt der Fokus auf Controlling, Abschlusskalkulation, Kundenakquise und strategischem Marketing sowie der selbstständigen Leitung von Teilprojekten. Im Vergleich zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik liegt hier klar der Schwerpunkt auf dem kaufmännisch-organisatorischen Bereich statt auf der technischen Umsetzung.

Veranstaltungsplanung und -organisationRechnungswesen und ControllingMarketing und KommunikationWirtschafts- und SozialkundeEnglisch für die Eventbranche

IHK-Prüfung & Abschluss

Mitten im zweiten Lehrjahr, meist im Herbst, findet die Zwischenprüfung statt: 120 Minuten schriftlich zu kaufmännischen Grundlagen, Projektplanung und Veranstaltungsrecht. Die Abschlussprüfung Teil 2 am Ende des dritten Lehrjahres, im Frühjahr oder Sommer, umfasst Veranstaltungsplanung und -organisation (schriftlich, 150 Minuten, 25 Prozent), Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (schriftlich, 90 Minuten, 20 Prozent), Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich, 60 Minuten, 10 Prozent) sowie die Durchführung einer Veranstaltung als praktische Arbeitsaufgabe mit rund 75 Minuten Vorbereitung und 20 Minuten Fachgespräch, die mit 45 Prozent den größten Anteil an der Note hat. Bei der praktischen Aufgabe wird ein Veranstaltungskonzept geplant und präsentiert. Zum Bestehen ist in jedem Prüfungsbereich mindestens die Note ausreichend, also 50 von 100 Punkten, erforderlich, eine schwache Einzelleistung kann unter bestimmten Voraussetzungen durch andere Bereiche ausgeglichen werden.

Prüfungsthemen

  • Veranstaltungsplanung und Projektmanagement
  • Budgetierung, Kalkulation und Kostenkontrolle
  • Vertragsrecht, Veranstaltungsrecht und Versammlungsstättenverordnung
  • Marketing, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für Veranstaltungen
  • Dienstleistereinkauf, Angebotsvergleich und Lieferantenmanagement
  • Kaufmännische Steuerung, Rechnungswesen und Controlling
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung stehen mehrere Weiterbildungswege offen: Der 'Geprüfte Veranstaltungsfachwirt IHK' (staatlich anerkannt) qualifiziert für Führungspositionen in der Eventbranche. Alternativ bietet sich der 'Fachwirt für Marketing IHK' oder ein Bachelorstudium in Event Management, Tourismusmanagement oder BWL an Hochschulen wie der DHBW oder privaten Eventakademien an. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen wie Projektleiter Events, Head of Events, Marketing Manager oder selbstständiger Eventunternehmer realistisch. Spezialisierungen sind möglich in den Bereichen Messewesen, Corporate Events, Kulturveranstaltungen, Kongress- und Tagungsmanagement oder Live-Entertainment. Das Gehalt steigt mit Verantwortung von ca. 2.500 EUR auf 4.500–6.000 EUR brutto monatlich in Führungspositionen.

Bewerbungstipps

Da beliebte Eventagenturen und Kongresshäuser früh auswählen, solltest du dich 12 bis 18 Monate vor Ausbildungsstart bewerben, also ab Herbst oder Winter für einen Beginn im folgenden Herbst. Ein Anschreiben mit konkretem Bezug zur Veranstaltungsbranche gehört in die Mappe, dazu Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsnachweise, wobei ein Praktikum in einer Eventagentur ein klarer Pluspunkt ist. Beim Vorstellungsgespräch werden häufig Szenarien wie die Planung einer Firmenfeier für 100 Personen durchgespielt. Einige Arbeitgeber verlangen zusätzlich einen IHK-Einstellungstest mit kaufmännischen Rechenaufgaben und Deutschkenntnissen. Überzeugen kannst du durch nachgewiesenes Eigenengagement, etwa Erfahrungen in der Schulveranstaltungsorganisation, Ehrenamt bei Vereinsfesten oder eigene Projektideen, die praktische Eigeninitiative zeigen.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Im Mittelpunkt der Tätigkeit als Veranstaltungskaufmann steht die Organisation von Events: Angebote von Caterern und Technikern werden koordiniert, Budgets kalkuliert, Teilnehmeranmeldungen bearbeitet und vor Ort Aufbau und Ablauf überwacht. Nach der Veranstaltung folgen Nachkalkulation und Feedbackauswertung. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 620 bis 950 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei etwa 2.400 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Veranstaltungskaufmann in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Veranstaltungskaufmann liegt bei etwa 620–950 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.400 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann?
Die duale Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Veranstaltungskaufmanns?
Der Beruf ist nicht in formale Fachrichtungen unterteilt, jedoch spezialisieren sich Veranstaltungskaufleute in der Praxis auf bestimmte Bereiche wie Messen und Kongresse, Konzerte und Festivals, Sport-Events oder Firmenveranstaltungen. Die Spezialisierung ergibt sich meist durch den jeweiligen Ausbildungsbetrieb und dessen Tätigkeitsschwerpunkt.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann benötigt?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit mittlerem Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur. Bewerber mit Hauptschulabschluss haben ebenfalls Chancen, sofern sie entsprechende Stärken in Kommunikation, Organisation und kaufmännischem Denken nachweisen können.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Veranstaltungskaufleute?
Veranstaltungskaufleute sind in einem breiten Spektrum tätig, darunter Eventagenturen, Messebauunternehmen, Kongresszentren, Hotels, Kultureinrichtungen, Sportverbände sowie die Veranstaltungsabteilungen großer Unternehmen. Auch öffentliche Institutionen und Verbände beschäftigen Veranstaltungskaufleute für die Organisation interner und externer Veranstaltungen.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Veranstaltungskaufleute die Weiterbildung zum geprüften Veranstaltungsfachwirt (IHK) absolvieren, der eine leitende Position im Eventbereich qualifiziert. Mit dem Abitur oder einer Hochschulzugangsberechtigung ist zudem ein Studium in Eventmanagement, Tourismusmanagement oder Betriebswirtschaftslehre möglich. Einige Hochschulen erkennen die Berufsausbildung als Studienzulassung auch ohne klassisches Abitur an.

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