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Pharmazeutisch-technischer Assistent

Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) sind Fachkräfte im Apothekenbereich, die Arzneimittel herstellen, prüfen und abgeben. Sie beraten Kunden zu Medikamenten, Wechselwirkungen und Dosierungen und unterstützen Apotheker bei allen pharmazeutischen Tätigkeiten. Der Beruf eignet sich für Menschen mit ausgeprägtem naturwissenschaftlichem Interesse, Sorgfalt und Freude am Kundenkontakt.

Ausbildungsdauer

2.5 Jahre

Azubi-Gehalt

620–950 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

Staatliche Prüfung

Was machst du als Pharmazeutisch-technischer Assistent?

Der Arbeitsalltag eines PTA beginnt morgens meist mit der Annahme und Kontrolle von Warenlieferungen: Arzneimittel werden auf Vollständigkeit, Kühlketteneinhaltung und Verfallsdaten geprüft, mit dem Warenwirtschaftssystem LAUER-TAXE oder Ixos erfasst und eingeräumt. Anschließend folgt die Rezeptabrechnung, bei der GKV-Rezepte auf Korrektheit geprüft und für die Abrechnung mit Krankenkassen vorbereitet werden. Im Laufe des Vormittags steht die Beratung und Abgabe von verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Arzneimitteln im Vordergrund, inklusive Hinweisen zu Einnahme, Wechselwirkungen und Kontraindikationen. Nachmittags wird in der Rezeptur gearbeitet: PTA stellen individuell angepasste Arzneimittel wie Salben, Kapseln oder Lösungen unter der Laminar-Flow-Werkbank her und dokumentieren dies nach AMWHV. Zudem werden Laboranalysen – etwa Harnstatus-Teststreifen-Auswertungen oder Blutdruckmessungen – durchgeführt. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit approbierten Apothekerinnen und Apothekern sowie weiteren PTA und pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten.

Wo arbeitest du?

PTA arbeiten überwiegend in öffentlichen Apotheken – sowohl in selbstständig geführten Einzelapotheken als auch in Apothekenketten wie DocMorris oder Shop Apotheke. Weitere Arbeitgeber sind Krankenhausapotheken, pharmazeutische Industrie (z. B. Bayer, Boehringer Ingelheim, Ratiopharm), Arzneimittelgroßhändler wie PHOENIX oder Noweda sowie Pharmakologielabore und Forschungseinrichtungen. Im Apothekensektor herrscht deutlicher Fachkräftemangel, die Jobaussichten sind bundesweit sehr gut.

Voraussetzungen

Ein mittlerer Schulabschluss gilt als Mindestvoraussetzung, denn die naturwissenschaftlichen Inhalte - besonders Chemie, Biologie und Mathematik - sind anspruchsvoll und entscheiden über den Schulerfolg. Sorgfalt und Präzision im Umgang mit Substanzen und bei der Dokumentation sind unverzichtbar, ebenso ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für die Patientensicherheit. Kommunikationsstärke für die Beratung am Handverkaufstisch, die Fähigkeit, auch unter Zeitdruck ruhig und strukturiert zu bleiben, sowie Interesse an medizinischen Zusammenhängen und Empathie gegenüber kranken Menschen runden das Anforderungsprofil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Die PTA-Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre und gliedert sich in zwei Jahre Berufsfachschule sowie ein halbjähriges Praktikum in einer Apotheke. Im ersten Ausbildungsjahr werden naturwissenschaftliche Grundlagen vermittelt: allgemeine und anorganische Chemie, Botanik, Drogenkunde sowie Grundlagen der Galenik (Arzneiformenlehre). Physikalische Messverfahren, Labortechnik und pharmazeutische Gesetzeskunde sind ebenfalls zentrale Inhalte. Im zweiten Jahr vertiefen die Schüler Biochemie, Pharmakologie und Toxikologie, lernen die Herstellung verschiedener Arzneiformen wie Suppositorien, Emulsionen und Sterilpräparate und üben die qualitative sowie quantitative chemische Analytik. Die Unterscheidung zu Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten liegt im starken naturwissenschaftlich-praktischen Anteil; gegenüber Apothekern fehlt die Approbation, weshalb PTA immer unter Aufsicht arbeiten.

Chemie und BiochemiePharmakologie und ToxikologieGalenik (Arzneiformenlehre)Botanik und DrogenkundeMathematik und Physik

Staatliche Prüfung & Abschluss

Die PTA-Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung in zwei Abschnitten ab. Der erste Abschnitt findet nach dem zweiten Schuljahr statt und umfasst schriftliche Klausuren in Chemie/Biochemie (120 Minuten), Arzneimittelkunde (120 Minuten), Galenik (120 Minuten), Botanik/Drogenkunde (90 Minuten) sowie Mathematik (90 Minuten), dazu praktische Prüfungen in Chemie/Biochemie (jeweils rund 240 Minuten über mehrere Tage verteilt) und Galenik (240 Minuten). Bewertet wird mit Noten von 1 bis 6, wobei in jedem Fach mindestens die Note 4 erreicht werden muss. Der zweite Prüfungsabschnitt schließt das anschließende Praktikumsjahr ab und besteht aus einem rund 45-minütigen mündlichen Fachgespräch mit approbierten Prüfern zu Pharmakologie/Toxikologie sowie Arzneimittelabgabe und Beratung. Die staatliche Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung PTA wird erst nach Bestehen beider Abschnitte erteilt, organisiert wird die Prüfung durch die jeweilige Landesschulbehörde.

Prüfungsthemen

  • Chemie und Biochemie (qualitative und quantitative Analytik)
  • Arzneimittelkunde und Pharmakologie
  • Galenik und Arzneiformenlehre
  • Botanik und Drogenkunde
  • Mathematik und pharmazeutische Berechnungen
  • Toxikologie und Arzneimittelabgabe
  • Pharmazeutisches Recht und Gesetzeskunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der PTA-Ausbildung stehen verschiedene Weiterbildungswege offen. Der Apothekenleiter-Assistent (geprüfter Betriebswirt Apotheke) qualifiziert für Leitungsaufgaben im Apothekenbetrieb. Alternativ bietet sich die Weiterbildung zum Pharmareferenten (Geprüfter Pharmareferent IHK) für den Außendienst pharmazeutischer Unternehmen an. Ein Studium der Pharmazie (Staatsexamen) oder der Chemie/Biochemie (Bachelor/Master) ist mit abgelegter PTA-Ausbildung möglich. Spezialisierungen bestehen in der Krankenhausapotheke, in der industriellen Arzneimittelherstellung oder im Bereich Medizinprodukte. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als stellvertretende Apothekenleitung, Laborleiterin in der Pharmaindustrie oder Schulungsleiterin für Pharmaunternehmen realistisch. Das Gehalt steigt von ca. 2.400 EUR auf 3.000–3.500 EUR brutto.

Bewerbungstipps

Für einen PTA-Schulplatz sollte man sich zwölf bis achtzehn Monate vor Schulbeginn im August oder September bewerben, da viele Berufsfachschulen nur begrenzte Kapazitäten haben. Anschreiben, Lebenslauf, mindestens das letzte Jahreszeugnis sowie ein ärztliches Gesundheitszeugnis gehören in die Mappe, manche Schulen verlangen zusätzlich ein erweitertes Führungszeugnis. Im Vorstellungsgespräch werden naturwissenschaftliches Grundverständnis, Motivation und Zuverlässigkeit abgefragt - konkrete Fragen zu Chemiekenntnissen oder Apothekenerfahrungen aus Praktika sind üblich. Ehrenamtliche Tätigkeiten im Gesundheitswesen und ein vorheriges Apothekenpraktikum sind starke Pluspunkte; Ausbilder schätzen besonders ausgeprägte Genauigkeit, Lernbereitschaft und echtes Interesse an Pharmakologie.

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Ratgeber

Wer als Pharmazeutisch-technischer Assistent arbeitet, berät in der Apotheke zu Arzneimitteln, prüft Rezepte für die Abrechnung und stellt individuelle Rezepturen wie Salben oder Kapseln unter der Laminar-Flow-Werkbank her. Die zweieinhalbjährige Ausbildung nach dem PTA-Reformgesetz wird mit 620 bis 950 Euro vergütet, der Einstieg liegt bei rund 2.400 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Pharmazeutisch-technischer Assistent in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Pharmazeutisch-technischer Assistent liegt bei etwa 620–950 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.400 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischer Assistent?
Die duale Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischer Assistent dauert regulär 2.5 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen für PTAs?
Der PTA-Beruf hat keine formalen Fachrichtungen während der Ausbildung, bietet aber vielfältige Schwerpunkte im Berufsleben. PTAs können sich durch Fortbildungen auf Gebiete wie Homöopathie, Ernährungsberatung, Kosmetik oder Phytotherapie spezialisieren. Auch der Einstieg in die pharmazeutische Industrie oder in Krankenhausapotheken eröffnet unterschiedliche Tätigkeitsschwerpunkte.
Welcher Schulabschluss wird für die PTA-Ausbildung benötigt?
Formal ist ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) die übliche Voraussetzung für die Ausbildung zum PTA. In der Praxis verlangen die meisten Berufsfachschulen mindestens einen Realschulabschluss, da naturwissenschaftliche Fächer wie Chemie, Biologie und Physik eine zentrale Rolle spielen. Ein Hauptschulabschluss allein reicht in der Regel nicht aus.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten PTAs?
Der häufigste Arbeitsplatz für PTAs ist die öffentliche Apotheke, wo sie Kunden beraten und Arzneimittel abgeben. Darüber hinaus sind PTAs in Krankenhausapotheken, der pharmazeutischen Industrie, in Forschungslaboren sowie bei Behörden wie dem Paul-Ehrlich-Institut tätig. Auch Drogerien und Unternehmen im Bereich Medizinprodukte beschäftigen PTAs.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der PTA-Ausbildung?
Nach der Ausbildung können PTAs verschiedene Fortbildungen absolvieren, etwa zur Fachkraft für Ernährungsberatung oder im Bereich pharmazeutisches Marketing. Mit dem entsprechenden Schulabschluss oder über den zweiten Bildungsweg ist auch ein Studium der Pharmazie, Chemie oder Biologie möglich. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, durch Berufserfahrung und Weiterbildung in leitende Positionen in Apotheken oder der Industrie aufzusteigen.

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