Pflegefachmann
Früher: Altenpfleger / Gesundheits- und Krankenpfleger / Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger
Pflegefachleute übernehmen die fachlich anspruchsvolle, eigenverantwortliche Pflege von Menschen jeden Alters – in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Seit der Pflegereform 2020 ersetzt diese generalistische Ausbildung die früher getrennten Berufe Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger. Der Beruf eignet sich für Menschen mit ausgeprägter sozialer Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und körperlicher wie psychischer Belastbarkeit.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
1.200–1.400 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.900 €
nach der Ausbildung
Prüfung
Staatliche Prüfung
Was machst du als Pflegefachmann?
Der Arbeitstag beginnt meist mit der Übergabe vom vorherigen Dienst: Welche Patientinnen und Patienten oder Bewohnerinnen und Bewohner brauchen heute besondere Aufmerksamkeit, welche Medikamente stehen an, welche Wunden müssen versorgt werden? Danach folgt die Grundpflege – Waschen, Anziehen, Mobilisieren – kombiniert mit Behandlungspflege wie dem Messen von Vitalwerten, Verbandswechseln, dem Stellen und Verabreichen von Medikamenten sowie der Vorbereitung und Assistenz bei ärztlichen Maßnahmen. In der stationären Akutpflege im Krankenhaus gehören außerdem die Dokumentation im Krankenhausinformationssystem, die Kommunikation mit Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Angehörigen zum Alltag. In der stationären Langzeitpflege begleitest du Bewohnerinnen und Bewohner über einen langen Zeitraum, gestaltest den Tagesablauf mit und baust engere persönliche Beziehungen auf. In der ambulanten Pflege fährst du eigenständig von Haushalt zu Haushalt und übernimmst dort Pflege, Beratung und Organisation des Pflegeprozesses.
Wo arbeitest du?
Pflegefachleute arbeiten in Krankenhäusern und Kliniken, stationären Pflegeeinrichtungen (Alten- und Pflegeheimen), ambulanten Pflegediensten, Rehabilitationseinrichtungen sowie in der psychiatrischen Versorgung. Träger sind sowohl kommunale und kirchliche Einrichtungen (z. B. Diakonie, Caritas, DRK) als auch private Klinik- und Pflegeheimketten. Der Fachkräftemangel in der Pflege ist bundesweit stark ausgeprägt, Arbeitsplätze sind praktisch überall in Deutschland sicher zu finden.
Voraussetzungen
In der Regel wird mindestens ein Realschulabschluss erwartet, mit Hauptschulabschluss und abgeschlossener Berufsausbildung oder mehrjähriger Pflegeerfahrung ist der Einstieg aber ebenfalls möglich. Entscheidend sind vor allem die persönlichen Eigenschaften: Empathie und Einfühlungsvermögen, psychische und körperliche Belastbarkeit für Schicht-, Nacht- und Wochenenddienst, Verantwortungs- und Hygienebewusstsein sowie Teamfähigkeit. Gute Kenntnisse in Biologie und Deutsch erleichtern die fachtheoretischen Inhalte, ein Vorpraktikum oder ein freiwilliges soziales Jahr im Pflegebereich sehen viele Träger positiv.
Was lernst du in der Ausbildung?
Die generalistische Ausbildung vermittelt in den ersten beiden Ausbildungsdritteln gemeinsame Inhalte für die Pflege von Menschen jeden Alters: Grundlagen der Anatomie und Physiologie, Pflegeprozessplanung, Hygiene, Medikamentenlehre, rechtliche und ethische Grundlagen der Pflege sowie praktische Einsätze in der stationären Akutpflege, der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege. Im letzten Ausbildungsdrittel kannst du dich entscheiden: entweder du bleibst generalistisch ausgebildet und erhältst den Abschluss 'Pflegefachmann/Pflegefachfrau', oder du spezialisierst dich vertieft auf die Kinderkrankenpflege bzw. die Altenpflege und schließt dann mit dem entsprechenden gesonderten Berufsabschluss ab. Praktische Einsätze finden unter anderem in der Chirurgie, der Inneren Medizin, der Pädiatrie, der Psychiatrie und in ambulanten Pflegediensten statt.
Staatliche Prüfung & Abschluss
Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Prüfung nach der Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV) ab, die einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil umfasst. Schriftlich werden drei Aufsichtsarbeiten zu unterschiedlichen Versorgungssituationen geschrieben (je ca. 150 Minuten), mündlich folgt ein fallbezogenes Fachgespräch. Der praktische Teil (ca. 3 bis 4 Stunden) findet am Lernort der letzten praktischen Einsätze statt: Die Auszubildenden übernehmen die Pflege zweier Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen, planen den Pflegeprozess, führen ihn durch und reflektieren ihn anschließend im Fachgespräch. Bei der Spezialisierung auf Kinderkrankenpflege oder Altenpflege wird der praktische Teil entsprechend im jeweiligen Vertiefungsbereich geprüft.
Prüfungsthemen
- Pflegeprozessplanung und Pflegediagnostik
- Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre
- Medikamentenlehre und Behandlungspflege
- Hygiene und Infektionsschutz
- Kommunikation, Beratung und Anleitung
- Rechtliche und ethische Grundlagen der Pflege
- Vertiefungsbereich: Akutpflege, Langzeitpflege, ambulante Pflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung stehen zahlreiche Fachweiterbildungen offen, etwa für Intensiv- und Anästhesiepflege, Onkologie, Psychiatrie, Praxisanleitung oder Hygiene. Mit Fachhochschulreife oder über beruflich Qualifizierte ist ein Pflegestudium möglich (z. B. Pflegewissenschaft, Pflegemanagement, Pflegepädagogik, B. Sc.), das auch direkt neben der praktischen Ausbildung als dualer/ausbildungsintegrierender Studiengang absolviert werden kann. Aufstiegspositionen nach einigen Jahren Berufserfahrung sind Stationsleitung, Pflegedienstleitung, Wundmanagement oder Case Management. Das Einstiegsgehalt steigt mit Berufserfahrung, Fachweiterbildung und Führungsverantwortung auf 3.200–4.200 Euro brutto monatlich und mehr.
Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung
Bewerbungstipps
Da Pflegeschulen und Ausbildungsbetriebe laufend Plätze besetzen, auch außerhalb des klassischen Sommerstarts, kann man sich meist ganzjährig bewerben. Anschreiben, Lebenslauf, Schulzeugnisse und - falls vorhanden - Nachweise über Praktika oder ein freiwilliges soziales Jahr im Pflegebereich gehören in die Mappe. Im Auswahlverfahren wird häufig nach der persönlichen Motivation, dem Umgang mit belastenden Situationen und praktischen Erfahrungen gefragt; manche Träger führen zusätzlich ein kurzes Praktikum vor Ausbildungsbeginn durch. Erfahrung aus einem Praktikum, einem Bundesfreiwilligendienst oder der Pflege von Angehörigen wirkt überzeugend.
Ratgeber
Auf Station, im Pflegeheim oder beim ambulanten Hausbesuch übernehmen Pflegefachleute Grundpflege wie Waschen und Mobilisieren ebenso wie Behandlungspflege, etwa Medikamentengabe und Verbandswechsel. Die dreijährige Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz wird mit 1.200 bis 1.400 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei rund 2.900 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Pflegefachmann in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Pflegefachmann?
Was ist der Unterschied zwischen Pflegefachmann und den früheren Berufen Altenpfleger, Krankenpfleger und Kinderkrankenpfleger?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Pflegefachmann benötigt?
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung in der Pflegeausbildung?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Ähnliche Berufe in Gesundheit, Körperpflege, Soziales
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