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Müller

Müller verarbeiten Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Mais zu Mehl, Grieß, Schrot und anderen Mahlprodukten. Der Beruf verbindet lebensmitteltechnisches Fachwissen mit moderner Verfahrenstechnik und Automatisierung. Er eignet sich für Menschen mit Interesse an Lebensmittelproduktion, Maschinentechnik und Qualitätssicherung, die gerne in einem spezialisierten Nischenberuf mit industrieller Prägung arbeiten möchten.

Diese Berufsbezeichnung ist offiziell nicht mehr aktuell — der Ausbildungsberuf heißt heute Verfahrenstechnologe Mühlen- und Getreidewirtschaft

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

620–900 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.400 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Müller?

Müller arbeiten überwiegend in Mühlen und Getreideverarbeitungsbetrieben, häufig im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Morgens beginnt der Arbeitstag mit der Kontrolle der laufenden Produktionsanlagen: Walzenstühle, Plansichter, Schäler und Reinigungsmaschinen werden auf Funktion und Einstellung überprüft. Mithilfe des Prozessleitsystems (z. B. WinMES oder spezifische MES-Software) werden Mahldiagramme überwacht und Produktionsparameter angepasst. Zudem werden eingehende Getreidelieferungen beprobt und mithilfe von Geräten wie dem Infratec-Analysegerät auf Feuchte, Protein- und Aschegehalt geprüft. Nachmittags stehen Wartungsarbeiten an Förderanlagen, Elevatoren und Siebmaschinen auf dem Programm, außerdem Probenahmen aus laufenden Mahlstraßen und Laboranalysen der Mehle (Fallzahl, Sedimentationswert, Feuchtigkeit). Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Laboranten, Lageristen und Qualitätsmanagern. Typische Aufgaben sind das Anpassen von Walzenspalt und Siebgewebe sowie das Dokumentieren von Produktionsdaten für die Rückverfolgbarkeit nach HACCP-Vorgaben.

Wo arbeitest du?

Müller arbeiten vor allem in industriellen Getreidemühlen und mittelständischen Mehlmühlen. Bekannte Arbeitgeber sind Unternehmensgruppen wie Cargill, ADM Hamburg, Plange Mühle, Kampffmeyer (jetzt Stern-Wywiol Gruppe) und Hemelter Mühle sowie zahlreiche regional bedeutende Mühlenunternehmen. Daneben bieten Futtermittelwerke, Malzfabriken und Stärkehersteller Stellen an. Die Branche leidet unter ausgeprägtem Fachkräftemangel, da der Beruf wenig bekannt ist, was die Jobaussichten für Absolventen sehr gut macht.

Voraussetzungen

Verfahrenstechnik und Laboranalytik verlangen mathematische und naturwissenschaftliche Grundkenntnisse, weshalb ein Realschulabschluss empfohlen wird. Mathematik ist wichtig für die Berechnung von Ausbeuten und Mahlverhältnissen, Chemie für die Lebensmittelanalytik, Physik für die Maschinentechnik. Technisches Verständnis, eine sorgfältige Arbeitsweise und Zuverlässigkeit sind entscheidend, da im Schichtbetrieb und bei der Lebensmittelhygiene höchste Präzision gefordert ist. Körperliche Belastbarkeit gegenüber Lärm, Staub und Schichtarbeit sowie Teamfähigkeit sind ebenfalls wichtig.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen Grundlagen der Getreidekunde (Aufbau des Weizenkorns, Qualitätsmerkmale verschiedener Getreidearten), Arbeitssicherheit sowie grundlegende Bedienung von Reinigungsmaschinen (Trieure, Tarar, Netzmachinen) im Vordergrund. Außerdem werden einfache Laboranalysen wie Feuchtemessung und Siebanalyse eingeübt. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende die Verfahrenstechnik der Vermahlung: Aufbau und Einstellung von Walzenstühlen, Plansichtern und Grießputzmaschinen sowie das Lesen und Anpassen von Mahldiagrammen. Im dritten Lehrjahr folgen Spezialisierungen in der Qualitätssicherung (Backversuche, Rheologiemessungen mit dem Farinographen), Prozesskontrolle über Leitsysteme sowie betriebswirtschaftliche Grundlagen und Logistik. Im Vergleich zur Ausbildung zum Verfahrenstechnologen Mühlen- und Futtermittelwirtschaft liegt der Fokus der Müllerausbildung stärker auf der Getreidevermahlung für Lebensmittelzwecke.

Technologie der GetreideverarbeitungQualitätssicherung und LaboranalytikMaschinenkunde und VerfahrenstechnikBetriebswirtschaftslehre und KalkulationChemie und Mikrobiologie der Lebensmittel

IHK-Prüfung & Abschluss

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet die Zwischenprüfung statt: schriftlich werden in 120 Minuten Getreidekunde, Reinigungstechnik, Mahlverfahren und Arbeitssicherheit geprüft. Die Abschlussprüfung gliedert sich in zwei Teile. Teil 1, ebenfalls am Ende des zweiten Lehrjahres, prüft praktische Fähigkeiten an Reinigungsmaschinen sowie grundlegende Laboranalysen in rund 90 Minuten. Teil 2 am Ende des dritten Lehrjahres besteht aus einem praktischen Prüfungsauftrag zum Bedienen und Optimieren einer Mahlanlage samt Qualitätskontrollen von 210–240 Minuten (40 % Gewichtung) sowie den schriftlichen Bereichen Technologie der Vermahlung mit 90 Minuten (30 %), Qualitätssicherung und Laboranalytik mit 60 Minuten (20 %) und Wirtschafts- und Sozialkunde mit 60 Minuten (10 %). Zum Bestehen sind in jedem Prüfungsbereich mindestens 30 Punkte und im Gesamtergebnis mindestens 50 Punkte erforderlich. Ein Fachgespräch zum Prüfungsauftrag von etwa 15 Minuten fließt zusätzlich in die Bewertung ein.

Prüfungsthemen

  • Getreidekunde und Rohstoffqualität (Weizen, Roggen, Gerste, Mais)
  • Reinigungstechnik und Konditionierung
  • Mahlverfahren und Mahldiagramme
  • Qualitätssicherung und Laboranalytik (Fallzahl, Sedimentationswert, Feuchte)
  • Steuerung und Überwachung von Produktionsanlagen (Prozessleitsysteme)
  • HACCP und Lebensmittelhygiene
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung stehen folgende Weiterbildungswege offen: Industriemeister Mühlen- und Futtermittelwirtschaft (IHK) für Führungsaufgaben in der Produktion sowie der Staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Lebensmitteltechnik. Mit Abitur oder Fachhochschulreife ist ein Studium der Lebensmitteltechnologie, Agrartechnik oder des Lebensmittelmanagements möglich. Realistische Führungspositionen nach 5–10 Jahren sind Schichtleiter, Produktionsleiter oder Qualitätsmanager in einer Mühle. Das Bruttomonatsgehalt steigt von ca. 2.400 EUR beim Berufsstart auf 3.200–4.500 EUR als Meister oder Produktionsleiter. Spezialisierungen sind möglich in den Bereichen Qualitätssicherung, Anlagentechnik, Futtermittelherstellung oder Backzutatentechnologie.

Bewerbungstipps

Da Mühlenunternehmen früh planen, sollte die Bewerbung 12–18 Monate vor dem meist im September liegenden Start eingereicht werden. Zur Mappe gehören Anschreiben, Lebenslauf, letztes Schulzeugnis und gegebenenfalls Praktikumsbelege aus der Lebensmittel- oder Industriebranche. Im Vorstellungsgespräch werden technisches Interesse, Motivation für den Schichtbetrieb und Kenntnisse über Getreideprodukte erwartet, und einige Mühlenunternehmen führen kurze technische Eignungstests zu Grundrechenarten und räumlichem Vorstellungsvermögen oder IHK-Einstellungstests durch. Besonders überzeugend sind Bewerber, die bereits ein Betriebspraktikum in einer Mühle absolviert haben, Interesse an Maschinentechnik und Lebensmittelkunde zeigen und keine Scheu vor körperlicher Arbeit in staubiger Umgebung haben.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Im Mittelpunkt der Tätigkeit als Müller steht die Getreideverarbeitung: Walzenstühle, Plansichter und Reinigungsmaschinen werden eingestellt, Mahldiagramme überwacht und Mehle im Labor auf Feuchtigkeit und Sedimentationswert geprüft. Die anerkannte Ausbildung nach BBiG dauert 3 Jahre und wird mit 620 bis 900 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei rund 2.400 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Müller in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Müller liegt bei etwa 620–900 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.400 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Müller?
Die duale Ausbildung zum Müller dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Müllers?
Im Rahmen der Ausbildung können Schwerpunkte in unterschiedlichen Bereichen gesetzt werden, etwa in der Getreideverarbeitung, der Herstellung von Mehl und Schrot oder der Futtermittelproduktion. Einige Betriebe sind auf bestimmte Rohstoffe wie Weizen, Roggen oder Mais spezialisiert, sodass Auszubildende je nach Betrieb unterschiedliche Verarbeitungsschwerpunkte kennenlernen.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Müller benötigt?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Betriebe jedoch Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Gute Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie sind von Vorteil, da der Beruf technisches Verständnis und Kenntnisse in Verfahrenstechnik erfordert.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Müller?
Müller arbeiten überwiegend in Getreidemühlen sowie in der Lebens- und Futtermittelindustrie. Mögliche Arbeitgeber sind industrielle Großmühlen, handwerkliche Kleinbetriebe, Mischfutterwerke und Stärkeproduzenten. Auch Unternehmen der Getreide- und Nahrungsmittelverarbeitung sowie Lagerhäuser zählen zu potenziellen Arbeitgebern.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Müller?
Nach der Ausbildung kann man sich zum Müller- und Schüttmeister oder zum Industriemeister Mühlen- und Futtermittelwirtschaft weiterbilden. Über die Meisterprüfung erlangt man die Hochschulzugangsberechtigung und kann beispielsweise Lebensmitteltechnologie oder Agrarwissenschaften studieren. Alternativ bieten sich Fortbildungen im Bereich Qualitätsmanagement oder Betriebswirtschaft an.

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