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Metallblasinstrumentenmacher

Metallblasinstrumentenmacher fertigen und reparieren handwerklich Blechblasinstrumente wie Trompeten, Posaunen, Tuben und Waldhörner. Der Beruf verbindet präzise Metallverarbeitung mit akustischem Fachwissen und musikalischem Gespür. Er eignet sich für handwerklich begabte Menschen mit Interesse an Musik, Physik und feinmechanischer Arbeit.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

340–650 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.200 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Metallblasinstrumentenmacher?

Metallblasinstrumentenmacher arbeiten überwiegend in der Werkstatt an Werktischen mit Spezialwerkzeugen wie Treibhämmern, Dörnern, Biegedornen, Lötapparaturen und Schleifmaschinen. Der Arbeitsalltag gliedert sich meist in Neubau und Reparatur. Morgens werden Reparaturaufträge gesichtet: Ein Kunde hat eine Trompete mit verbeultem Schallstück abgegeben. Mit Treibhämmern und Ausbeulwerkzeugen wird das Messingrohr vorsichtig in Form gebracht, anschließend werden Ventilgehäuse auf Maßhaltigkeit geprüft. Nachmittags liegt der Fokus häufig auf Neuanfertigungen oder Teilefertigung: Rohrlinge aus Messing oder Neusilber werden nach Schablone gebogen, Lötstellen mit Silberlot unter Wärme gefügt und Oberflächen durch Schleifen und Polieren veredelt. Die Stimmung und Intonation werden mit Stimmgerät und Spieltest kontrolliert. Zusammengearbeitet wird eng mit Musikern, Musikfachhändlern und Orchesterwerkstätten. Eine typische Aufgabe ist auch das Anfertigen von Ventilkolben durch Drehen auf der Drehbank mit anschließender Einpassung auf tausendstel Millimeter Genauigkeit.

Wo arbeitest du?

Metallblasinstrumentenmacher arbeiten in kleinen bis mittelständischen Instrumentenbaubetrieben (oft 5–20 Mitarbeiter), in Orchesterwerkstätten großer Orchester wie Berliner Philharmoniker oder Bayerische Staatsoper, bei Instrumentenhändlern mit Werkstattatelier sowie bei Herstellern wie Melton, B&S, Alexander oder Yamaha Deutschland. Der Beruf ist ein Nischenhandwerk mit ausgeprägtem Fachkräftemangel – qualifizierte Gesellen finden fast immer eine Anstellung.

Voraussetzungen

Empfohlen wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss, praktisch steigen die meisten Auszubildenden jedoch mit Realschulabschluss ein. Physik für Akustik und Schwingungslehre, Mathematik für Maßberechnungen und Toleranzen sowie Technik oder Werken zählen zu den wichtigen Schulfächern. Ausgeprägte Feinmotorik und handwerkliches Geschick sind für die Metallumformung entscheidend, dazu räumliches Vorstellungsvermögen sowie Geduld und Präzision bei der Feinarbeit. Ein gutes Gehör für Tonhöhen und Klangunterschiede ist wichtig; Musikinteresse und eigene Instrumentalpraxis sind keine Pflicht, aber ein klarer Vorteil im Ausbildungsalltag.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im 1. Lehrjahr stehen metallhandwerkliche Grundlagen im Vordergrund: Feilen, Sägen, Bohren, Biegen und Löten von Messinghalbzeugen, Werkzeugkunde sowie Grundlagen der Werkstofftechnik (Messing, Neusilber, Alpaka). Sicherheit im Umgang mit Gasbrennern und Beizlösungen wird eingeübt. Im 2. Lehrjahr vertiefen Auszubildende das Treiben und Strecken von Rohren, das Anfertigen von Bögen und Schallstücken sowie das Einpassen von Ventilsystemen (Perinetventile, Drehventile). Akustische Grundlagen – Schwingungslehre, Mensur, Intonation – werden theoretisch und praktisch vermittelt. Im 3. Lehrjahr folgt die Spezialisierung: komplexe Restaurierungen historischer Instrumente, Oberflächenbehandlung (Lackieren, Vergolden, Versilbern), Qualitätskontrolle und Kundenkommunikation. Im Vergleich zur Ausbildung zum Holzblasinstrumentenmacher liegt der Schwerpunkt klar auf Metallumformung statt Holzbearbeitung.

Instrumentenbaukunde / Fachtheorie MetallblasinstrumentenbauWerkstofftechnikFertigungstechnikAkustik und MusiklehreWirtschafts- und Sozialkunde

IHK-Prüfung & Abschluss

Die zweiteilige Gesellenprüfung wird vor der Handwerkskammer abgelegt. Teil 1 findet gegen Ende des zweiten Lehrjahres statt: praktisch wird in sechs bis sieben Stunden ein vorgegebenes Rohrbauteil gebogen, gelötet und bearbeitet, schriftlich folgen in rund 120 Minuten Fragen zu Werkstoffkunde und Fertigungstechnik. Teil 2 liegt am Ende des dritten Lehrjahres und besteht aus vier Bereichen: Die praktische Arbeitsaufgabe, Neubau oder Instandsetzung eines vollständigen Metallblasinstruments über zwei bis drei Tage, zählt rund 50 Prozent, das anschließende Fachgespräch zu Spielqualität, Stimmung und Verarbeitung von etwa 20 Minuten bringt 10 Prozent. Schriftlich werden Technologie und Fachkunde mit rund 120 Minuten und 25 Prozent sowie Wirtschafts- und Sozialkunde mit etwa 60 Minuten und 15 Prozent geprüft. In jedem Bereich sind mindestens 50 von 100 Punkten für das Bestehen nötig.

Prüfungsthemen

  • Rohrbiegen, Treiben und Strecken von Messinghalbzeugen
  • Löttechnik (Weich- und Hartlöten mit Silberlot)
  • Ventilsysteme (Perinetventile, Drehventile) – Aufbau und Einpassung
  • Akustik und Mensur von Metallblasinstrumenten
  • Oberflächenbehandlung (Schleifen, Polieren, Lackieren, Galvanisieren)
  • Instandsetzung und Restaurierung von Blasinstrumenten
  • Werkstoff- und Werkzeugkunde (Messing, Neusilber, Alpaka)

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Gesellenprüfung stehen mehrere Wege offen. Der klassische Aufstieg führt über den Handwerksmeister Metallblasinstrumentenmacher (HwK-Meisterprüfung), der die Berechtigung zur Ausbildung und Selbstständigkeit verleiht. Alternativ bietet der Staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Musikinstrumentenbau eine technisch vertiefte Qualifikation. Passende Studiengänge sind Instrumentenbau (B.A.) an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg oder der Fachschule Ludwigsburg sowie Musikwissenschaft oder Akustik (B.Sc.). Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Werkstattleiter in Orchesterwerkstätten, Betriebsleiter eines Fachbetriebs oder Lehrmeister an Fachschulen realistisch. Spezialisierungen auf historische Instrumente, Restaurierung oder Custom-Bau erhöhen die Verdienstmöglichkeiten erheblich. Monatlich sind dann 2.800–4.000 EUR brutto möglich.

Bewerbungstipps

Wer sich für diese Ausbildung interessiert, sollte sich 12 bis 18 Monate vor dem Start im August oder September bewerben, spätestens also im Herbst des Vorjahres. Ein Anschreiben mit Bezug auf eigene Musikerfahrung oder Werkstattpraktika, ein tabellarischer Lebenslauf und aktuelle Schulzeugnisse gehören in die Mappe; Praktika in Instrumentenbau- oder Musikfachbetrieben sind sehr empfehlenswert und sollten im Anschreiben unbedingt erwähnt werden. Im Vorstellungsgespräch werden oft kleine Geschicklichkeitstests durchgeführt, etwa Feilen oder das Biegen eines Drahtstücks. Ausbilder achten besonders auf Fingerfertigkeit, Ausdauer bei kleinteiliger Arbeit und echtes Interesse am Klang von Blasinstrumenten; eigene Musikerfahrung wird positiv bewertet, und wer selbst ein Blasinstrument spielt, sollte das unbedingt erwähnen. Formale Eignungstests der Handwerkskammer sind in diesem Beruf selten, meist entscheidet der persönliche Eindruck im Praktikum.

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Ratgeber

Verbeulte Trompetenrohre mit Treibhämmern richten, Rohrlinge aus Messing oder Neusilber biegen und Lötstellen mit Silberlot fügen, bevor Stimmung und Intonation im Spieltest geprüft werden – so entstehen und werden Blechblasinstrumente repariert. Die dreijährige Ausbildung nach BBiG ist mit 340 bis 650 Euro eine der niedrigsten Vergütungen, der Einstieg danach liegt bei rund 2.200 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Metallblasinstrumentenmacher in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Metallblasinstrumentenmacher liegt bei etwa 340–650 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.200 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher?
Die duale Ausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen im Beruf des Metallblasinstrumentenmachers?
Innerhalb des Berufs kann man sich auf bestimmte Instrumentengruppen spezialisieren, etwa auf Blechblasinstrumente wie Trompeten, Posaunen und Hörner oder auf Holzblasinstrumente mit Metallkorpus wie Saxofone oder Querflöten. Viele Betriebe sind auf eine bestimmte Instrumentenfamilie ausgerichtet, sodass die praktische Spezialisierung oft durch den Ausbildungsbetrieb bestimmt wird.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zum Metallblasinstrumentenmacher?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und ein Interesse an Musik gelten als wichtige Voraussetzungen.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Metallblasinstrumentenmacher?
Metallblasinstrumentenmacher arbeiten hauptsächlich in spezialisierten Handwerksbetrieben und Manufakturen der Musikinstrumentenindustrie. Bekannte Arbeitgeber befinden sich etwa in Sachsen (z. B. Markneukirchen) und Bayern, wo traditionell viele Musikinstrumentenhersteller ansässig sind. Daneben bieten auch Musikhäuser mit eigenen Werkstätten und Reparaturbetriebe Beschäftigungsmöglichkeiten.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung kann man die Meisterprüfung im Metallblasinstrumentenmacherhandwerk ablegen und sich damit für eine selbstständige Tätigkeit oder leitende Positionen qualifizieren. Mit einem Meisterbrief ist zudem der Zugang zu bestimmten Hochschulstudiengängen möglich, etwa im Bereich Musikinstrumentenbau oder Ingenieurwesen. Auch Weiterbildungen in Bereichen wie Betriebswirtschaft oder Restaurierung sind möglich.

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