Kaufmann für IT-System-Management
Der Kaufmann für IT-System-Management verbindet betriebswirtschaftliches Know-how mit technischem IT-Verständnis. Er plant, beschafft und verwaltet IT-Systeme und -Dienstleistungen für Unternehmen und berät Kunden bei IT-Lösungen. Der Beruf eignet sich für Menschen, die sowohl zahlenaffin als auch technikbegeistert sind und gerne an der Schnittstelle zwischen Kundenservice, Einkauf und IT-Infrastruktur arbeiten.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
620–1.050 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.900 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Kaufmann für IT-System-Management?
Morgens startet der Arbeitsalltag meist im Büro: E-Mails von Kunden und Lieferanten werden bearbeitet, Angebote für IT-Systeme wie Server, Netzwerkkomponenten oder Softwarelizenzen (z. B. Microsoft 365, SAP) kalkuliert und in ERP-Systemen wie SAP oder Navision erfasst. Dabei werden Preisvergleiche durchgeführt, Rahmenverträge mit Hardware-Lieferanten wie Lenovo oder HP geprüft und Bestellungen ausgelöst. Am Nachmittag stehen häufig Kundengespräche auf dem Programm: IT-Anforderungen werden aufgenommen, passende Hard- und Softwarelösungen präsentiert und Service-Level-Agreements (SLAs) verhandelt. Zusätzlich werden IT-Projekte koordiniert, zum Beispiel die Einführung eines neuen CRM-Systems oder der Rollout von Endgeräten. Man erstellt Leistungsverzeichnisse für Ausschreibungen und überprüft Rechnungen auf Richtigkeit. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit IT-Systemadministratoren, dem Vertrieb, dem Controlling sowie externen Lieferanten und Kunden.
Wo arbeitest du?
Kaufleute für IT-System-Management arbeiten vor allem in IT-Systemhäusern (z. B. Bechtle, Computacenter, Cancom), bei IT-Distributioren (z. B. Also, Ingram Micro), bei Herstellern wie Fujitsu, Dell oder Cisco sowie in den IT-Abteilungen von Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Auch Managed-Service-Provider und Cloud-Anbieter stellen diesen Beruf ein. Die Nachfrage ist hoch und es besteht bundesweiter Fachkräftemangel im IT-kaufmännischen Bereich.
Voraussetzungen
Ein mittlerer Schulabschluss wird vorausgesetzt, wobei viele Betriebe Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur bevorzugen, weil die Ausbildung rechnerisch und sprachlich anspruchsvoll ist. Mathematik für Kalkulation und Controlling, Deutsch für Angebote, Verträge und Kundenkommunikation sowie das Fach Wirtschaft zählen zu den wichtigen Schulfächern. Persönlich sollte man technisches Grundinteresse mitbringen, kommunikationsstark auftreten, strukturiert und sorgfältig arbeiten sowie Freude am Umgang mit Zahlen und an der Beratung von Menschen haben. Da viele Lieferanten und Softwaredokumentationen auf Englisch vorliegen, sind gute Englischkenntnisse ebenfalls wichtig.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr werden kaufmännische Grundlagen vermittelt: Buchführung, Rechnungswesen, Vertragsrecht sowie ein Überblick über IT-Systeme, Hardware-Komponenten (CPU, RAM, Storage) und Betriebssysteme (Windows Server, Linux). Außerdem lernen Auszubildende, wie IT-Unternehmen organisiert sind und wie der Beschaffungsprozess funktioniert. Im zweiten Lehrjahr vertiefen sich die Kenntnisse in der IT-Systemkonfiguration, Netzwerktechnik (TCP/IP, VLAN, Firewalls) und im Projektmanagement. Außerdem werden Controlling-Methoden und Kostenrechnung intensiviert. Im dritten Lehrjahr stehen Kundenberatung, Angebotsmanagement, Vertragsgestaltung sowie die Planung komplexer IT-Infrastrukturen im Vordergrund. Im Vergleich zum IT-Systemkaufmann (Vorgängerberuf) ist das Profil stärker auf systemische IT-Lösungen und weniger auf reinen Handel ausgerichtet.
IHK-Prüfung & Abschluss
Diese gestreckte Abschlussprüfung besteht aus zwei Teilen. Teil 1 liegt gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres, meist im Frühjahr, und prüft IT-Systeme sowie kaufmännische Grundlagen: schriftlich in 90 Minuten sowie in einer praktischen Aufgabe von ebenfalls 90 Minuten, insgesamt mit 30 Prozent Gewichtung. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung, im Frühjahr oder Herbst des dritten Lehrjahres, mit den schriftlichen Bereichen Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (60 Minuten, 10 Prozent), Kundenberatung (90 Minuten, 20 Prozent) und Kaufmännische Abläufe im IT-Unternehmen (90 Minuten, 20 Prozent), dazu einer Projektarbeit mit rund 35 Stunden Bearbeitungszeit, 15-minütiger Präsentation und 10-minütigem Fachgespräch (20 Prozent). Zum Bestehen ist in jedem Prüfungsbereich mindestens eine ausreichende Leistung von 50 Punkten erforderlich.
Prüfungsthemen
- IT-Systeme und Hardware-Komponenten (Server, Netzwerke, Storage)
- Softwarelizenzierung und Cloud-Dienste (SaaS, IaaS, PaaS)
- Beschaffung und Einkauf von IT-Produkten und -Dienstleistungen
- Kaufmännische Steuerung, Kostenrechnung und Controlling
- Kundenberatung und Angebotserstellung
- Vertragsrecht, SLAs und Datenschutz (DSGVO)
- IT-Projektplanung und -koordination
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungswege: Der 'IT-Fachwirt IHK' ist ein klassischer nächster Schritt, ebenso der 'Technische Fachwirt IHK'. Wer in Richtung Technik möchte, kann zum 'IT-Systemadministrator' oder 'IT-Projektleiter' aufsteigen. Ein Studium in 'Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)', 'IT-Management' oder 'Business IT' ist mit Berufserfahrung oder auf dem zweiten Bildungsweg möglich. Nach 5 bis 10 Jahren sind Positionen wie IT-Einkaufsleiter, IT-Vertriebsleiter, Key Account Manager oder IT-Projektmanager realistisch. Gehaltlich entwickelt sich die Karriere von ca. 2.800 bis 3.200 EUR brutto beim Einstieg auf 4.500 bis 6.500 EUR in Führungspositionen. Spezialisierungen in Cloud-Beschaffung (AWS, Azure) oder IT-Security-Management sind besonders gefragt.
Bewerbungstipps
Da der Ausbildungsstart in der Regel am 1. September liegt, sollte die Bewerbung ab Herbst des Vorjahres, also 12 bis 18 Monate vorher, eingereicht werden. Zur Mappe gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, aktuelle Schulzeugnisse sowie gegebenenfalls Praktikumsnachweise. Im Vorstellungsgespräch werden häufig Fragen zu IT-Grundkenntnissen gestellt, etwa was ein Server ist oder was eine IP-Adresse bedeutet, außerdem zur Motivation und zum kaufmännischen Grundverständnis. Viele IT-Systemhäuser setzen IHK-Einstellungstests oder eigene Eignungstests ein, die Mathematik, Deutsch und logisches Denken prüfen. Bewerber punkten besonders, wenn sie eigene Erfahrungen mit IT-Hardware, erste Programmierkenntnisse oder Interesse an aktuellen Technologien wie Cloud-Diensten oder KI-Tools glaubhaft vermitteln können.
Ratgeber
Im Mittelpunkt der Tätigkeit als Kaufmann für IT-System-Management stehen Kalkulation und Vertrieb von IT-Lösungen: Angebote für Server, Software und Netzwerktechnik werden erstellt, Rahmenverträge mit Lieferanten geprüft, Service-Level-Agreements verhandelt und Projekte wie CRM-Einführungen koordiniert. Die dreijährige BBiG-Ausbildung ist mit 620 bis 1.050 Euro vergütet, Berufseinsteiger verdienen anschließend rund 2.900 Euro.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Kaufmann für IT-System-Management in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Kaufmann für IT-System-Management?
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen beim Kaufmann für IT-System-Management?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Kaufmann für IT-System-Management benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Kaufleute für IT-System-Management?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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