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Figurenkeramformer

Figurenkeramformer fertigen handwerklich und industriell keramische Figuren, Reliefs und dekorative Objekte aus Ton, Porzellan oder Steinzeugmasse. Der Beruf verbindet handwerkliches Geschick mit künstlerischem Gestaltungssinn und tiefem Materialwissen. Er eignet sich für Menschen mit Freude an plastischem Gestalten, Feinmotorik und dem Wunsch, traditionsreiche Keramikkultur aktiv weiterzuführen.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

480–750 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.100 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Figurenkeramformer?

Der Arbeitsalltag findet überwiegend in der Werkstatt oder im Produktionsbetrieb statt. Morgens werden zunächst Gipsformen gereinigt, geprüft und mit Trennmittel (z. B. Kernseifenlösung) vorbereitet. Anschließend wird Schlickerguss angesetzt oder plastische Tonmasse aufbereitet – dazu nutzt man Vakuummischer, Kollergang oder Tonknetmaschinen. Ton oder Porzellanschlicker wird in Gipsformen gegossen oder manuell eingedrückt, um Figuren, Büsten oder ornamentale Reliefs herzustellen. Nachmittags stehen Entformen, Nachbearbeiten mit Schaber, Schwamm und Modellierholz sowie das Ausarbeiten von Details auf dem Programm. Fehler wie Luftblasen oder Risse werden mit Schlicker retuschiert. Getrocknete Rohlinge werden kontrolliert, gestapelt und ofenfertig vorbereitet. Figurenkeramformer arbeiten eng mit Formenbauern, Modellierern und Brennofenführern zusammen. Typische Aufgaben sind das exakte Ausdünnen von Hohlgusskörpern auf gleichmäßige Wandstärke sowie das passgenaue Zusammensetzen mehrteiliger Figuren mit Schlicker als Kleber.

Wo arbeitest du?

Figurenkeramformer arbeiten hauptsächlich in keramischen Manufakturen und Kunstporzellanwerken, zum Beispiel bei der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen, Rosenthal, der Manufaktur Nymphenburg oder Goebel. Auch kleinere kunsthandwerkliche Töpfereien und Atelier-Betriebe sowie staatliche Restaurierungswerkstätten und Museen beschäftigen diese Fachkräfte. Es handelt sich um einen kleinen Nischenberuf mit geringer Ausbildungsplatzzahl; qualifizierte Figurenkeramformer sind in spezialisierten Manufakturen durchaus gefragt, allerdings ist der Gesamtarbeitsmarkt eng begrenzt.

Voraussetzungen

Ein Hauptschulabschluss reicht formal, ein Realschulabschluss ist aber von Vorteil - wichtig sind vor allem Kunst für das Raumgefühl und plastische Denken, Chemie für Werkstoffverhalten und Brennprozesse sowie Mathematik für Mischungsrechnung und Maßhaltigkeit. Wer Figuren millimetergenau formen will, braucht ausgeprägte Feinmotorik und Fingerfertigkeit, dazu Geduld und Sorgfalt bei sich wiederholenden Handgriffen. Ein gutes Auge für Proportionen und Symmetrie sowie Kreativität und Freude an traditionellem Kunsthandwerk runden das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen keramische Grundlagen im Mittelpunkt: Kennenlernen von Tonen, Magerungsmitteln und Porzellanmassen, Grundtechniken des Handaufbaus, Plattenaufbau und Schlickerguss sowie der Umgang mit einfachen Gipsformen. Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit Stäuben und Chemikalien werden früh vermittelt. Im zweiten Lehrjahr werden komplexere Gussverfahren (Vollguss, Hohlguss), das Herstellen und Reparieren von Gipsformen sowie das Einpassen und Retuschieren von Formteilen vertieft. Grundlagen des Brennens und der Glasurtechnik kommen hinzu. Im dritten Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung auf figurale und ornamentale Objekte: Feinretusche, Oberflächenbehandlung (Gravieren, Aufsetzen von Applikationen), Qualitätskontrolle und Brennofenbestückung. Im Unterschied zum Dreher oder Dekormaler liegt der Schwerpunkt hier klar auf der plastisch-figuralen Formgebung und der Gipsformarbeit.

Keramiktechnologie und WerkstoffkundeGestaltung und FormenlehreFachrechnen und Technische MathematikWirtschafts- und SozialkundeBerufspraktische Übungen

IHK-Prüfung & Abschluss

Mitte des zweiten Ausbildungsjahres, etwa im 18. Monat, findet die Zwischenprüfung statt: schriftlich 120 Minuten zu Technologie, Werkstoffkunde und Fachrechnen, dazu eine rund vierstündige praktische Aufgabe, bei der ein einfaches Formstück im Schlickerguss hergestellt und retuschiert wird. Die Abschlussprüfung (Teil 2) am Ende des dritten Ausbildungsjahres besteht aus der praktischen Arbeitsaufgabe - Herstellen und Fertigstellen einer figürlichen oder ornamentalen Keramikarbeit in rund sieben Stunden (50 Prozent) -, dem schriftlichen Bereich Technologie (90 Minuten, 25 Prozent), Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich (60 Minuten, 10 Prozent) sowie einem bis zu 15-minütigen Fachgespräch zur praktischen Arbeitsaufgabe (15 Prozent). Zum Bestehen müssen im Gesamtergebnis mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden, kein Bereich darf unter 30 Punkte fallen.

Prüfungsthemen

  • Schlicker- und Gießmasseaufbereitung, Gipsformtechnik
  • Hohlguss- und Vollgussverfahren
  • Retusche und Feinbearbeitung von Keramikfiguren
  • Trocknungs- und Brennprozesse (Schrüh- und Glattbrand)
  • Glasur- und Engobetechnik
  • Qualitätskontrolle und Fehleranalyse keramischer Erzeugnisse
  • Werkstoffkunde: Tone, Porzellanmassen, Magerungsmittel

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung ist eine Weiterbildung zum Keramiker-Meister (HwO) der naheliegendste Schritt, der Selbstständigkeit und Ausbildungsberechtigung ermöglicht. Alternativ bietet sich der staatlich geprüfte Techniker für Keramik an. Wer studieren möchte, findet in Studiengängen wie Keramikdesign (z. B. Hochschule Koblenz), Kunsthandwerk oder Produktdesign passende Angebote. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Werkstattleitung, Produktionsleiter einer keramischen Manufaktur oder Qualitätsprüfer realistisch. Gehaltlich sind nach Meisterabschluss 3.000–3.800 EUR brutto monatlich erreichbar. Spezialisierungen in Restaurierung historischer Keramik oder künstlerische Eigenproduktion für den Kunstmarkt sind weitere Optionen.

Bewerbungstipps

Da Manufakturen nur sehr wenige Ausbildungsplätze vergeben, sollte man sich zwölf bis achtzehn Monate im Voraus bewerben. Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse gehören in die Mappe, dazu unbedingt eigene plastische Arbeiten, Zeichnungen oder Fotos eigener Objekte. Im Vorstellungsgespräch wird häufig ein praktischer Fingerfertigkeitstest verlangt - etwa das Kneten und Formen einer kleinen Figur aus Ton -, dazu Fragen zu handwerklichen Vorerfahrungen. Wer Töpferkenntnisse aus Vereinen oder Volkshochschulkursen, Erfahrung mit Gips oder Modellbau sowie Grundkenntnisse keramischer Materialien mitbringt, überzeugt Ausbilder besonders - wer sogar ein eigenes Kunststück aus Ton vorzeigen kann, hebt sich deutlich ab.

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Ratgeber

In der Werkstatt gießen Figurenkeramformer Schlicker in Gipsformen oder drücken plastische Tonmasse hinein, um Figuren, Büsten und Reliefs herzustellen, entformen die Rohlinge und arbeiten Details mit Schaber und Modellierholz aus. Die dreijährige Ausbildung nach BBiG wird mit 480 bis 750 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei etwa 2.100 Euro. Zusammengearbeitet wird dabei eng mit Formenbauern, Modellierern und Brennofenführern.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Figurenkeramformer in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Figurenkeramformer liegt bei etwa 480–750 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.100 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Figurenkeramformer?
Die duale Ausbildung zum Figurenkeramformer dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen oder Fachrichtungen beim Figurenkeramformer?
Im Ausbildungsberuf Figurenkeramformer können sich Auszubildende auf verschiedene Fertigungstechniken spezialisieren, etwa Gießen, Drehen oder Drücken von Keramikfiguren. Zusätzlich gibt es Unterschiede je nach Produktsegment, beispielsweise dekorative Figuren, Kunstkeramik oder Gebrauchskeramik mit figürlichen Elementen.
Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung zum Figurenkeramformer erforderlich?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Interesse an gestalterischer Arbeit sind wichtiger als der formale Abschluss.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Figurenkeramformer?
Figurenkeramformer finden Beschäftigung vor allem in der keramischen Industrie, in Kunsthandwerksbetrieben sowie bei Herstellern von Zier- und Gebrauchskeramik. Bekannte Arbeitgeber sind beispielsweise Porzellan- und Steingutmanufakturen, aber auch kleinere Kunstwerkstätten und Designbetriebe.
Welche Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Figurenkeramformer?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zum Keramiker-Meister weiterzubilden oder einen Techniker-Abschluss im Bereich Keramik anzustreben. Wer die Fachhochschulreife besitzt oder über den zweiten Bildungsweg erwirbt, kann ein Studium etwa im Bereich Keramikdesign, Produktdesign oder Werkstofftechnik aufnehmen.

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