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Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung

Früher: Fachkraft für Abwassertechnik

Die Fachkraft für Abwassertechnik ist für den Betrieb, die Überwachung und die Wartung von Kläranlagen sowie Kanalnetzen verantwortlich. Der Beruf verbindet technisches Verständnis mit praktischem Umweltschutz und stellt sicher, dass kommunales und industrielles Abwasser fachgerecht gereinigt wird. Er eignet sich besonders für Menschen, die naturwissenschaftlich interessiert sind, keine Scheu vor körperlicher Arbeit im Freien haben und einen sinnstiftenden Beitrag zum Gewässerschutz leisten möchten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

800–1.100 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.700 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung?

Morgens beginnt der Arbeitstag auf der Kläranlage mit einer Sichtkontrolle aller Reinigungsstufen: mechanische Vorreinigung (Rechen, Sandfang, Vorklärung), biologische Klärstufe mit Belebungsbecken sowie Nachklärung. Mithilfe von Prozessleitsystemen wie SCADA oder WinCC werden Betriebsparameter wie pH-Wert, Sauerstoffgehalt, Durchflussmengen und Schlammindex auf Leitstandmonitoren überwacht und bei Abweichungen reguliert. Pumpen, Gebläse, Rührwerke und Schieber werden auf Funktion geprüft und kleinere Störungen selbst behoben. Nachmittags werden Wasserproben aus verschiedenen Reinigungsstufen entnommen und im betriebseigenen Labor mit Photometer, Titrationsbüretten und Schnelltests auf Ammonium, Nitrat, Phosphat und CSB analysiert. Außerdem werden Kanalnetz-Begehungen und Schachtkontrollen mit TV-Inspektionskameras und Gasmessgeräten durchgeführt. Die Dokumentation der Messwerte erfolgt digital im Betriebstagebuch. Enge Zusammenarbeit besteht mit Maschinentechnikern, Laboranten und Abwassermeistern.

Wo arbeitest du?

Fachkräfte für Abwassertechnik arbeiten überwiegend bei kommunalen Eigenbetrieben, Zweckverbänden und Stadtwerken, die öffentliche Kläranlagen und Kanalnetze betreiben. Daneben sind private Betreibergesellschaften wie REMONDIS Aqua, Veolia Water oder die EURAWASSER-Gruppe bedeutende Arbeitgeber. Industrieunternehmen mit eigenen Betriebskläranlagen (z. B. Brauereien, Papierfabriken, Chemiekonzerne) bilden ebenfalls aus. In Deutschland herrscht ein deutlicher Fachkräftemangel, da viele erfahrene Fachkräfte in den kommenden Jahren in Rente gehen.

Voraussetzungen

Ein Realschulabschluss ist die empfohlene Grundlage, da chemische Berechnungen, technische Zeichnungen und biologische Prozesse solide Kenntnisse erfordern - auch sehr gute Hauptschüler werden von kommunalen Eigenbetrieben ausgebildet. Wichtig sind Chemie, Biologie, Mathematik und Physik. Wer diesen Beruf ergreift, sollte Verantwortungsbewusstsein mitbringen, bereit zu Schichtdienst und Außenarbeit bei jedem Wetter sein und technisches Verständnis sowie echtes Interesse an Umwelt- und Gewässerschutz zeigen. Unabdingbar ist außerdem, dass Abwasser und unangenehme Gerüche keine Berührungsängste auslösen.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr werden grundlegende Kenntnisse der Arbeitssicherheit, des Umweltrechts (Wasserhaushaltsgesetz, Abwasserverordnung) sowie der Grundlagen der Chemie und Biologie des Abwassers vermittelt. Azubis lernen den Aufbau von Kläranlagen kennen, einfache Messungen durchzuführen und Betriebsmittel zu warten. Im zweiten Lehrjahr vertiefen sich die Inhalte: Prozesstechnik der biologischen Abwasserbehandlung, Schlammbehandlung (Eindicker, Faulturm, Entwässerungsaggregate), Pumpentechnik und elektrische Grundlagen. Azubis übernehmen erste selbstständige Schichtdienste und Laboranalysen. Im dritten Lehrjahr folgt die Spezialisierung auf Kanalnetzbetrieb und -instandhaltung, Messtechnik, Prozessoptimierung sowie Qualitätssicherung von Ablaufwerten. Im Vergleich zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik liegt der Fokus klar auf Abwasserreinigung statt auf Trinkwasserversorgung.

Abwassertechnik (Lernfelder)Chemie und Biologie des AbwassersElektro- und MaschinentechnikWirtschafts- und SozialkundeMathematik

IHK-Prüfung & Abschluss

Teil 1 der Abschlussprüfung findet im zweiten Lehrjahr statt, üblicherweise im April oder Mai: schriftlich Abwassertechnik und naturwissenschaftliche Grundlagen (je 60 Minuten) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (45 Minuten), dazu eine rund 150-minütige praktische Aufgabe zu betrieblichen Mess- oder Wartungsarbeiten; Teil 1 macht 30 Prozent der Gesamtnote aus. Teil 2 im vierten Ausbildungshalbjahr umfasst schriftlich Abwassertechnik (150 Minuten, 20 Prozent), Prozesstechnik (120 Minuten, 20 Prozent) und Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent) sowie eine praktische Arbeitsaufgabe mit abschließendem 20-minütigem Fachgespräch (20 Prozent). In keinem Prüfungsbereich dürfen weniger als 30 von 100 Punkten erreicht werden; unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Nachprüfung in bis zu zwei schriftlichen Bereichen möglich.

Prüfungsthemen

  • Mechanische und biologische Abwasserreinigung
  • Schlammbehandlung und Schlammentsorgung
  • Pumpentechnik und Maschinenwartung
  • Chemische und biologische Laboranalytik (CSB, BSB, Ammonium, Phosphat)
  • Kanalnetzbetrieb und TV-Inspektion
  • Prozessleittechnik und SCADA-Systeme
  • Wasserrecht, Umweltrecht und Betriebsorganisation

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit zum Abwassermeister (DWA-Lehrgang, Meisterprüfung nach DVGW/DWA) als klassischen Aufstiegsweg in die Leitungsebene von Kläranlagen. Der staatlich geprüfte Techniker (Fachrichtung Siedlungswasserwirtschaft) öffnet Türen in Planungs- und Ingenieurbüros. Darüber hinaus ist ein Bachelor-Studium in Umwelttechnik, Siedlungswasserwirtschaft oder Bauingenieurwesen berufsbegleitend oder in Vollzeit möglich. Als Abwassermeister oder Betriebsleiter einer Kläranlage sind nach 5–10 Jahren Bruttogehälter von 3.500 bis 4.800 EUR monatlich realistisch. Spezialisierungen gibt es in der Klärschlammbehandlung, Energiegewinnung aus Biogas oder Kanalnetzmanagement. Der Fachkräftemangel in der Wasserwirtschaft macht interne Aufstiege vergleichsweise schnell möglich.

Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung

Bewerbungstipps

Da kommunale Betriebe viele Stellen bereits im Herbst vergeben, sollte die Bewerbung spätestens 12 Monate vor dem Start zum 1. September eingereicht werden. Anschreiben mit konkreter Begründung des Interesses an Umweltschutz und Wasserwirtschaft, Lebenslauf, die letzten zwei Zeugnisse sowie Nachweise über Praktika oder ehrenamtliches Engagement gehören dazu. Viele Stadtwerke und Zweckverbände nutzen IHK-Einstellungstests zu Mathematik, Chemie und technischem Verständnis; im Gespräch überzeugen Bewerber, die erklären können, warum sauberes Wasser wichtig ist, und keine Scheu vor Schichtarbeit zeigen. Ein vorheriges Praktikum auf einer Kläranlage ist ein starkes Alleinstellungsmerkmal.

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Ratgeber

Umwelttechnologen für Abwasserbewirtschaftung überwachen die Reinigungsstufen einer Kläranlage über Prozessleitsysteme wie SCADA, analysieren Wasserproben im Labor auf Ammonium und Nitrat und kontrollieren Kanalnetze mit TV-Inspektionskameras und Gasmessgeräten. Die dreijährige Ausbildung nach BBiG wird mit 800 bis 1.100 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei rund 2.700 Euro monatlich. Enge Zusammenarbeit besteht dabei mit Maschinentechnikern, Laboranten und Abwassermeistern.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung liegt bei etwa 800–1.100 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.700 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung?
Die duale Ausbildung zum Umwelttechnologe für Abwasserbewirtschaftung dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Spezialisierungen innerhalb der Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik?
Die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik ist nicht in offizielle Fachrichtungen unterteilt, vermittelt jedoch je nach Ausbildungsbetrieb unterschiedliche Schwerpunkte. Diese können den Betrieb von Kläranlagen, die Kanalnetzpflege oder den Gewässerschutz umfassen. Spätere Spezialisierungen ergeben sich häufig durch den konkreten Aufgabenbereich im Betrieb.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerber mit einem Hauptschul- oder Realschulabschluss ein. Gute Kenntnisse in Mathematik, Chemie und Biologie sind von Vorteil, da diese Fächer im Berufsschulunterricht eine wichtige Rolle spielen.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Fachkräfte für Abwassertechnik?
Fachkräfte für Abwassertechnik sind vor allem bei kommunalen Abwasserzweckverbänden, Stadtentwässerungsbetrieben und Kläranlagenbetreibern tätig. Auch private Entsorgungsunternehmen sowie Industrie- und Gewerbebetriebe mit eigenen Abwasserbehandlungsanlagen beschäftigen diesen Berufsstand. Die Nachfrage ist aufgrund gesetzlicher Umweltauflagen stabil.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich zum Meister für Rohr-, Kanal- und Industrieservice oder zum Klärwerkmeister weiterzubilden. Über eine Technikerschule ist auch der Abschluss als staatlich geprüfter Techniker im Bereich Umweltschutztechnik erreichbar. Mit dem Meister- oder Technikerabschluss kann zudem ein Studium an einer Fachhochschule aufgenommen werden.

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