Dachdecker
Dachdecker sind Fachkräfte des Dachdeckerhandwerks, die Dächer mit verschiedensten Materialien eindecken, abdichten und dämmen. Sie arbeiten mit Dachziegeln, Schiefer, Bitumenbahnen, Metallblechen und Dämmstoffen und sorgen so für wetterfeste Gebäudehüllen. Der Beruf eignet sich für handwerklich geschickte Menschen, die gerne im Freien arbeiten, keine Höhenangst haben und technisches Verständnis für Bauphysik mitbringen.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
700–1.000 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.800 €
nach der Ausbildung
Prüfung
IHK-Abschluss
Was machst du als Dachdecker?
Der Arbeitstag beginnt früh, meist gegen 6:30 oder 7:00 Uhr auf dem Betriebshof. Material wie Dachziegel, Bitumenbahnen, Dachdämmplatten (z. B. aus Mineralwolle oder Polystyrol) und Befestigungsmittel werden auf den Transporter geladen und zur Baustelle gebracht. Morgens werden Rüstungen und Dachleiteraufzüge überprüft, Unterspannbahnen verlegt oder Lattung aufgenagelt. Mit Schieferdeckerhammer, Winkelschleifer, Heißluftfön und Bitumenschweißbrenner werden nachmittags Eindeckarbeiten fortgesetzt: Ziegelreihen werden versetzt, Firstziegel gesetzt und Ortgänge verblechst. An Flachdächern werden EPDM-Folien oder Bitumenschweißbahnen verlegt und Dachanschlüsse abgedichtet. Dachfenster (z. B. von VELUX) werden eingebaut, Blechabläufe gelötet und Kehlen ausgeformt. Enge Abstimmung erfolgt mit Zimmerleuten, die den Dachstuhl erstellen, sowie mit Bauherren und Bauleitung. Vor Feierabend werden Sicherheitsnetze geprüft und die Baustelle gesichert.
Wo arbeitest du?
Dachdecker arbeiten vorwiegend in kleinen und mittelständischen Dachdeckerbetrieben mit 5–50 Mitarbeitern. Große Bauunternehmen wie Züblin, Strabag oder Bilfinger beschäftigen ebenfalls Dachdecker. Typische Einsatzbereiche sind Wohnungsbau, Gewerbebau, Industriebau und Denkmalpflege. Der Fachkräftemangel ist im Dachdeckerhandwerk ausgeprägt – qualifizierte Gesellen und Meister sind bundesweit stark gesucht, insbesondere im Bereich Photovoltaik-Montage auf Dächern.
Voraussetzungen
Ein guter Hauptschulabschluss wird erwartet, idealerweise ein Realschulabschluss. Mathematik mit Geometrie, Flächenberechnungen und Neigungswinkeln, Physik zu Wärmedämmung und Bauphysik sowie Werken beziehungsweise Technik zählen zu den wichtigen Schulfächern. Schwindelfreiheit und körperliche Belastbarkeit sind Grundvoraussetzung, da Dachdecker täglich auf Dächern in großer Höhe und bei jeder Witterung arbeiten. Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen, Sorgfalt bei Abdichtungsarbeiten und Teamfähigkeit auf der Baustelle sind entscheidend.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr stehen handwerkliche Grundlagen im Vordergrund: Umgang mit Werkzeugen wie Zimmermannshammer, Säge und Schieferdeckerhammer, Grundlagen der Dachgeometrie, Aufbau von Dachkonstruktionen sowie das Verlegen einfacher Unterspannbahnen und Lattung. Sicherheitsregeln bei Absturzsicherung (PSAgA) werden intensiv geschult. Im zweiten Lehrjahr vertiefen Auszubildende das Eindecken mit Tonziegeln, Betondachsteinen und Faserzementwellplatten sowie das Arbeiten mit Bitumenschweißbahnen. Abdichtungstechnik an Flachdächern und Wandanschlüssen kommt hinzu. Im dritten Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung auf Schieferdeckung, Metallbedachung (Kupfer, Titanzink, Stahl), Solartechnik auf Dächern und Dachbegrünung. Im Vergleich zu Zimmerern oder Klempnern liegt der Fokus klar auf der schützenden Gebäudehülle und Abdichtungstechnik.
IHK-Prüfung & Abschluss
Die Gesellenprüfung im Dachdeckerhandwerk gliedert sich in zwei Teile. Teil 1 liegt im zweiten Ausbildungsjahr, etwa zur Mitte, meist im Frühjahr: Eine praktische Arbeitsprobe von rund 7 Stunden verlangt das Eindecken eines Dachausschnitts nach Vorgabe, dazu kommen schriftliche Aufgaben zu Grundlagen der Dachdeckung und Bautechnik von 120 Minuten. Teil 2 folgt am Ende des dritten Ausbildungsjahres: Die praktische Prüfungsarbeit mit Dacheindeckung, Abdichtung und Blecharbeiten dauert rund 7 Stunden und wird mit 40 Prozent gewichtet, dazu kommen die schriftlichen Bereiche Dachtechnik (120 Minuten, 25 Prozent), Baukunde und Bauphysik (90 Minuten, 20 Prozent) und Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten, 10 Prozent). Teil 1 fließt mit 5 Prozent ein, ein Fachgespräch von rund 15 bis 20 Minuten ergänzt die praktische Arbeit und ist in die Bewertung integriert. Zum Bestehen müssen alle Prüfungsbereiche mindestens ausreichend, also 50 Punkte, erreichen.
Prüfungsthemen
- Dachdeckung mit Ziegeln, Schiefer und Faserzementplatten
- Flachdachabdichtung mit Bitumenschweißbahnen und EPDM-Folien
- Blecharbeiten: Kehlen, Ortgänge, Dachrinnen aus Titanzink und Kupfer
- Wärmedämmung und Bauphysik (U-Wert, Dampfsperre)
- Arbeitssicherheit und Absturzsicherung (PSAgA, Gerüstbau)
- Dachgeometrie und Aufmaß (Dachflächen, Neigungswinkel, Kehllängen)
- Solartechnik und Dachbegrünung
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Gesellenprüfung ist der Einstieg als Dachdeckergeselle möglich. Mit mehrjähriger Berufserfahrung bietet sich die Weiterbildung zum Dachdeckermeister (HwK) an, die zur selbstständigen Betriebsführung und Ausbildereignung berechtigt. Alternativ ist der Weg zum Techniker Fachrichtung Bautechnik oder zum staatlich geprüften Bautechniker möglich. Ein weiterführendes Studium im Bereich Bauingenieurwesen (B. Eng.) steht mit Abitur oder Meisterbrief offen. Spezialisierungen auf Solaranlageninstallation, Dachbegrünung oder Denkmalpflege sind gefragt. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Vorarbeiter, Polier oder Betriebsleiter realistisch, mit Gehältern ab 3.500–4.500 EUR brutto monatlich.
Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung
Bewerbungstipps
Bewerber sollten sich mindestens 12 Monate vor Ausbildungsbeginn, also bereits im Herbst des Vorjahres, beim Wunschbetrieb melden, da viele Betriebe früh planen. Die Bewerbungsmappe sollte ein Anschreiben mit Bezug auf handwerkliches Interesse, einen Lebenslauf und aktuelle Zeugnisse enthalten, Praktikumsnachweise aus dem Bauhandwerk sind ein klarer Pluspunkt. Im Vorstellungsgespräch fragen Ausbilder häufig nach Schwindelfreiheit, körperlicher Fitness und handwerklichen Vorerfahrungen, einige Innungsbetriebe nutzen den IHK- beziehungsweise HwK-Einstellungstest oder einfache praktische Aufgaben. Wer im Gespräch Kenntnisse zu Dachformen, Ziegeltypen oder Arbeitssicherheit zeigt, überzeugt. Ein gepflegtes Auftreten und Pünktlichkeit sind im handwerklichen Umfeld besonders wichtig.
Ratgeber
Auf dem Dach entsteht Wetterschutz: Dachdecker verlegen Dachziegel, Bitumenbahnen und Dämmplatten, decken Firste ein und dichten Flachdächer mit EPDM-Folien oder Bitumenschweißbahnen ab. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 700 bis 1000 Euro vergütet, danach liegt das Einstiegsgehalt bei rund 2800 Euro. Der Arbeitstag beginnt meist schon um 6:30 Uhr auf dem Betriebshof.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Dachdecker in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Dachdecker?
Welche Fachrichtungen gibt es bei der Dachdecker-Ausbildung?
Welcher Schulabschluss wird für die Dachdecker-Ausbildung benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Dachdecker?
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Dachdecker-Ausbildung?
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