Chirurgisch-Technischer Assistent
Chirurgisch-Technische Assistenten (CTA) unterstützen Chirurgen und das OP-Team unmittelbar am Operationstisch. Sie bereiten Operationssäle vor, reichen Instrumente an und übernehmen technisch-assistierende Aufgaben während laufender Eingriffe. Der Beruf eignet sich für Menschen mit hoher Belastbarkeit, präzisem Arbeiten unter Druck und ausgeprägtem Interesse an medizinischer Technik und Anatomie.
Ausbildungsdauer
3 Jahre
Azubi-Gehalt
800–1.100 €
pro Monat
Einstiegsgehalt
ab 2.600 €
nach der Ausbildung
Prüfung
Staatliche Prüfung
Was machst du als Chirurgisch-Technischer Assistent?
Der Arbeitstag eines CTA beginnt morgens mit der Vorbereitung des Operationssaals: Instrumententische werden steril aufgebaut, OP-Sets wie Laparoskopie-Instrumente, Klemmen, Skalpelle und Nahtmaterial werden nach Eingriffsplan bereitgelegt. Endoskopietürme, HF-Chirurgiegeräte (z. B. ERBE VIO) und Saugsysteme werden auf Funktion geprüft. Vor dem Eingriff legt der CTA den sterilen Kittel an und übernimmt die Scrub-Funktion direkt am OP-Tisch. Während der Operation reicht er dem Chirurgen Instrumente an, bedient den Laparoskopie-Turm, hält Wunden offen oder führt Nahtvorbereitungen durch. Nachmittags werden Instrumente desinfiziert, für die ZSVA (Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung) aufbereitet, Protokolle dokumentiert und Verbrauchsmaterial wie Nähte, Trokare und Einmalartikel aufgefüllt. Enge Zusammenarbeit besteht täglich mit Anästhesiepflegekräften, OP-Pflegenden, Chirurgen und Hygienefachkräften. Eine typische Beispielaufgabe: eigenständiger Aufbau eines Laparoskopie-Sets für eine Cholezystektomie inklusive Kameraverbindung und Weißabgleich.
Wo arbeitest du?
CTA arbeiten überwiegend in Krankenhäusern und Kliniken jeder Größe, von kommunalen Allgemeinkrankenhäusern bis zu Universitätskliniken wie der Charité Berlin oder dem Klinikum rechts der Isar München. Auch ambulante Operationszentren, Fachkliniken (Orthopädie, Augenchirurgie) und private Trägerkliniken (Helios, Asklepios, Sana) bilden aus. Im ambulanten Bereich wächst die Nachfrage stark. Bundesweit besteht ein erheblicher Fachkräftemangel im OP-Bereich, was die Einstiegschancen und Gehaltsverhandlungen begünstigt.
Voraussetzungen
Wer CTA werden möchte, sollte mindestens einen Realschulabschluss vorweisen, da Anatomie, Medizintechnik und Hygienelehre ein solides naturwissenschaftliches Grundverständnis verlangen. Biologie, Chemie und Physik zählen dabei zu den wichtigsten Schulfächern. Absolute Zuverlässigkeit, Konzentrationsfähigkeit auch unter Stress, Teamfähigkeit und Belastbarkeit gehören zu den zentralen persönlichen Voraussetzungen. Für das präzise Instrumentieren am OP-Tisch sind zudem Handgeschick und räumliches Vorstellungsvermögen unerlässlich. Nicht zuletzt werden Empathie gegenüber Patienten und Diskretion im Umgang mit medizinischen Informationen erwartet.
Was lernst du in der Ausbildung?
Im ersten Lehrjahr stehen anatomische und physiologische Grundlagen im Vordergrund: Bau des menschlichen Körpers, Wundversorgung, Hygiene- und Sterilisationsprinzipien (Desinfektion, Sterilisation, RKI-Richtlinien) sowie grundlegende Instrumentenkunde (Skalpelle, Klemmen, Haken, Nahtmaterial). Außerdem werden Umgang mit Infektionsschutz und Schutzausrüstung vermittelt. Im zweiten Lehrjahr vertieft sich das Wissen über spezifische Operationsverfahren in Allgemein-, Viszeral-, Orthopädie- und Unfallchirurgie. Gerätekunde zu HF-Chirurgiegeräten, Endoskopieanlagen und Laparoskopiegeräten wird intensiviert. Im dritten Lehrjahr erfolgt die Spezialisierung auf komplexe Eingriffe (Neurochirurgie, Herzchirurgie, Gefäßchirurgie), OP-Dokumentation, rechtliche Grundlagen des Medizinprodukterechts (MDR) sowie Qualitätsmanagement. Im Vergleich zur OTA-Ausbildung liegt der Schwerpunkt des CTA stärker auf der direkten instrumentierenden Assistenz am Tisch als auf der pflegerischen Gesamtversorgung des Patienten.
Staatliche Prüfung & Abschluss
Da die Ausbildung je nach Bundesland schulisch oder dual organisiert ist, richtet sich die Abschlussprüfung nach schulinternen Prüfungsordnungen. Üblicherweise gibt es nach dem zweiten Lehrjahr eine Zwischenprüfung mit schriftlichen Fragen zu Anatomie, Hygiene und Instrumentenkunde von rund 90 Minuten sowie einer praktischen Instrumentierübung. Am Ende des dritten Ausbildungsjahres folgt die Abschlussprüfung mit drei schriftlichen Bereichen: Anatomie und Physiologie mit 90 Minuten (etwa 25 %), Operationslehre und Gerätekunde ebenfalls mit 90 Minuten (etwa 25 %) sowie Hygiene und Sterilisation mit 60 Minuten (etwa 20 %). Im praktischen Teil wird der Aufbau und die Simulation eines vollständigen Operationssets verlangt, ergänzt durch ein etwa 30-minütiges Fachgespräch, wobei beide Elemente zusammen etwa 30 % der Note ausmachen. Zum Bestehen müssen in jedem Prüfungsbereich mindestens 50 % der Punkte erreicht werden. Im Fachgespräch geht es darum, Instrumente zu benennen, Eingriffe zu erläutern und angemessen auf unerwartete Situationen im OP zu reagieren.
Prüfungsthemen
- Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers
- Operationslehre und chirurgische Eingriffe (Allgemein-, Viszeral-, Unfallchirurgie)
- Instrumentenkunde und steriler Aufbau von OP-Sets
- Hygiene, Sterilisation und Infektionsschutz (RKI-Richtlinien)
- Gerätekunde: HF-Chirurgie, Endoskopie, Laparoskopie
- Medizinprodukterecht (MDR) und Qualitätsmanagement
- Notfallmanagement und Patientensicherheit im OP
Karriere nach der Ausbildung
Nach der Ausbildung bieten sich folgende Weiterbildungswege an: Fachweiterbildung OP-Pflege (für CTA mit Pflegeanteil), staatlich anerkannte OTA-Ausbildung als Ergänzung, oder Weiterbildung zur Praxisanleitung im OP. Über den zweiten Bildungsweg oder Abitur ist ein Studium der Humanmedizin, Physician Assistance (B.Sc.) oder Medizintechnik möglich. Nach 5–10 Jahren sind Positionen als Instrumentierleitung, OP-Koordination oder Leitende CTA in Kliniken realistisch. Spezialisierungen in Neurochirurgie, Herzchirurgie oder Endoskopie steigern die Vergütung deutlich. Das Bruttogehalt als erfahrener CTA liegt je nach Träger und Tarifvertrag (TVöD, AVR) zwischen 2.800 und 3.500 EUR monatlich.
Bewerbungstipps
Die Bewerbung sollte 12–18 Monate vor dem gewünschten Ausbildungsstart bei der Klinik eingehen. Zur Mappe gehören Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, die letzten beiden Schulzeugnisse, möglichst Nachweise über Praktika in medizinischen Einrichtungen sowie ein ärztliches Attest zur gesundheitlichen Eignung. Im Vorstellungsgespräch geht es meist um die Motivation, die Belastbarkeit und die Frage, wie mit Extremsituationen wie dem Anblick von Blut oder langem Stehen umgegangen wird. Manche Kliniken setzen schriftliche Eignungstests zu Rechtschreibung, Grundrechenarten und logischem Denken ein. Besonders überzeugend wirkt, wer bereits ein Pflegepraktikum oder eine Krankenhaushospitation absolviert hat, erkennbare Faszination für Anatomie mitbringt und klar begründen kann, warum es ihn gerade in den OP zieht.
Ratgeber
Direkt am OP-Tisch reicht der Chirurgisch-Technische Assistent dem Chirurgen Instrumente an, bedient Endoskopietürme und bereitet Instrumente anschließend für die Sterilgutversorgung auf. Die dreijährige, landesrechtlich geregelte Ausbildung wird mit 800 bis 1100 Euro vergütet, der Einstieg danach liegt bei etwa 2600 Euro. Enge Abstimmung erfolgt mit Chirurgen und OP-Pflegenden.
Häufige Fragen
Wie viel verdient man als Chirurgisch-Technischer Assistent in der Ausbildung?
Wie lange dauert die Ausbildung zum Chirurgisch-Technischer Assistent?
Gibt es beim Chirurgisch-Technischen Assistenten verschiedene Fachrichtungen oder Spezialisierungen?
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Chirurgisch-Technischen Assistenten benötigt?
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Chirurgisch-Technische Assistenten?
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
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