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Aufbereitungsmechaniker

Aufbereitungsmechaniker/-innen verarbeiten und veredeln Rohstoffe aus dem Bergbau – etwa Kohle, Erze, Kies, Sand oder Industrieminerale – mithilfe mechanischer, physikalischer und chemischer Verfahren zu verwertbaren Produkten. Der Beruf verbindet Maschinentechnik mit Verfahrenstechnik in einer industriellen Großanlagenumgebung. Er eignet sich für technisch interessierte Menschen, die mit schwerer Anlagentechnik arbeiten und Prozesse aktiv steuern und überwachen möchten.

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Azubi-Gehalt

820–1.100 €

pro Monat

Einstiegsgehalt

ab 2.700 €

nach der Ausbildung

Prüfung

IHK-Abschluss

Was machst du als Aufbereitungsmechaniker?

Der Arbeitsalltag findet überwiegend in Aufbereitungsanlagen, Brechwerken, Siebereien und Waschanlagen statt – sowohl im Innen- als auch im Außenbereich unter teils staubigen und lauten Bedingungen. Morgens beginnt die Schicht mit der Übergabe und der Sichtprüfung der Anlagen: Förderbänder, Backenbrecher, Kegelbrecher, Kugelmühlen, Siebanlagen und Hydrozyklone werden auf Verschleiß und Betriebsbereitschaft geprüft. Dabei werden Messinstrumente wie Schieblehren, Druckmessgeräte und Schwingungsanalysatoren eingesetzt. Nachmittags werden laufende Prozesse an Leittechnikterminalen (z. B. Siemens PCS 7 oder vergleichbare SCADA-Systeme) überwacht und Prozessparameter wie Durchsatz, Korngröße oder Dichte angepasst. Typische Aufgaben sind der Austausch von Verschleißteilen an Brechern (z. B. Mahlplatten, Siebmatten) sowie die Entnahme und Beurteilung von Korngrößenproben zur Qualitätskontrolle. Die Zusammenarbeit erfolgt eng mit Anlagenfahrern, Elektroinstandhaltern und dem Schichtführer.

Wo arbeitest du?

Aufbereitungsmechaniker/-innen arbeiten vor allem in Kies- und Sandwerken, Steinbrüchen, Braunkohletagebauen (z. B. RWE, LEAG, MIBRAG), Steinkohlenaufbereitungsanlagen, Erzbergwerken und Industriemineralwerken. Auch Recyclingunternehmen für Bauschutt und Schlackenaufbereitung sowie Spezialunternehmen der Mineral- und Rohstoffindustrie beschäftigen diese Fachkräfte. Es handelt sich überwiegend um mittlere bis große Industriebetriebe. In der Rohstoffbranche herrscht ein spürbarer Fachkräftemangel, insbesondere für qualifizierte Anlagenmechaniker mit Aufbereitungswissen.

Voraussetzungen

Die Ausbildung setzt anspruchsvolle Mathematik-, Physik- und naturwissenschaftliche Grundlagen voraus, weshalb ein Realschulabschluss empfohlen wird. In der Schule zählen besonders Mathematik für Mengenströme und Korngrößenverteilungen, Physik für Mechanik und Hydraulik, Chemie für Flotationsmittel und Löseprozesse sowie das Fach Technik. Wer gerne an schweren Maschinen im Schichtbetrieb arbeitet, technisches Verständnis und handwerkliches Geschick mitbringt und dabei zuverlässig, teamfähig und sicherheitsbewusst bleibt, passt gut in diesen Beruf. Körperliche Belastbarkeit sowie Toleranz gegenüber Lärm und Staub runden das Profil ab.

Was lernst du in der Ausbildung?

Im ersten Lehrjahr stehen bergbauliche und sicherheitstechnische Grundlagen im Mittelpunkt: Unfallverhütungsvorschriften, Arbeitsschutz unter Tage und über Tage, Werkstoffkunde (Stahl, Gusseisen, Verschleißwerkstoffe), Grundlagen der Hydraulik und Pneumatik sowie einfache Schlosserarbeiten wie Sägen, Feilen, Bohren und Schweißen. Im zweiten Lehrjahr folgt die Vertiefung in Aufbereitungsverfahren: Zerkleinerungstechnik (Brechen, Mahlen), Klassierverfahren (Sieben, Sichten, Hydrozyklone) und Entwässerungsmethoden. Es werden zunehmend Anlagen eigenständig gewartet und instand gesetzt. Im dritten Lehrjahr liegt der Schwerpunkt auf der Steuerung und Optimierung ganzer Prozessketten, der Anlagendiagnose, der Qualitätssicherung nach DIN-Normen sowie der Flotation und Schwerkraftaufbereitung. Im Vergleich zur Ausbildung zum Verfahrensmechaniker liegt hier ein stärkerer Fokus auf bergbauspezifischen Rohstoffen und Großanlagentechnik.

AufbereitungstechnikTechnische MathematikMaschinen- und AnlagentechnikWirtschafts- und SozialkundeChemisch-physikalische Grundlagen der Aufbereitung

IHK-Prüfung & Abschluss

Nach dem Berufsbildungsgesetz ist die Prüfung zweigeteilt. Gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht Teil 1 an: eine rund dreistündige praktische Arbeitsaufgabe zu Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an Aufbereitungsmaschinen sowie zwei schriftliche Prüfungen zu Technologie und technischer Mathematik von je etwa 60 Minuten; das Ergebnis macht 25 Prozent der Endnote aus. Teil 2 folgt im vierten Halbjahr und besteht aus einer fünfstündigen praktischen Arbeitsaufgabe (50 Prozent) mit anschließendem 15- bis 20-minütigem Fachgespräch (10 Prozent), einer schriftlichen Prüfung in Aufbereitungstechnik (120 Minuten, 20 Prozent) sowie zwei weiteren schriftlichen Prüfungen zu technischer Mathematik und Wirtschafts- und Sozialkunde von je 60 Minuten und je 7,5 Prozent. Zum Bestehen sind je Bereich mindestens 50 von 100 Punkten nötig, wobei ein Bereich mit mindestens 30 Punkten ausgeglichen werden kann.

Prüfungsthemen

  • Zerkleinerungs- und Mahltechnik (Brecher, Mühlen, Verschleißkunde)
  • Klassier- und Sortiertechnik (Sieben, Hydrozyklone, Sichten)
  • Entwässerungs- und Eindickungsverfahren
  • Flotation und Schwerkraftaufbereitung
  • Anlagensteuerung und Prozessleittechnik (SCADA)
  • Qualitätskontrolle und Korngrößenanalyse
  • Arbeitssicherheit und Umweltschutz im Bergbau

Karriere nach der Ausbildung

Nach der Ausbildung bieten sich zahlreiche Weiterbildungswege an: Der Industriemeister Fachrichtung Bergbautechnik (IHK) oder der Industriemeister Metall ermöglichen den Einstieg in Führungspositionen als Schichtführer oder Anlagenleiter. Der staatlich geprüfte Techniker Fachrichtung Bergbautechnik oder Verfahrenstechnik qualifiziert für die mittlere Führungsebene. Mit Fachhochschulreife ist ein Studium zum Bachelor of Engineering in Bergbau, Rohstofftechnik oder Verfahrenstechnik möglich. Nach 5–10 Jahren Berufserfahrung sind Positionen als Betriebsleiter, Aufbereitungsleiter oder technischer Projektmanager realistisch. Gehaltlich sind nach der Ausbildung 2.600–3.200 EUR brutto möglich; erfahrene Meister oder Techniker erreichen 4.000–5.500 EUR brutto monatlich.

Bewerbungstipps

Weil es in dieser Nischenbranche nur wenige Ausbildungsplätze gibt, empfiehlt sich eine Bewerbung 12 bis 18 Monate vor dem meist im August oder September liegenden Start. Ein individuelles Anschreiben mit Bezug auf Technik und Rohstoffe, ein tabellarischer Lebenslauf, aktuelle Schulzeugnisse sowie Nachweise über Praktika oder technische Hobbys gehören in die Bewerbungsmappe. Im Gespräch werden meist technisches Grundverständnis, die Motivation für den Bergbau und die Bereitschaft zur Schichtarbeit abgefragt, manche Unternehmen setzen zusätzlich einen internen Test mit mathematisch-technischen Aufgaben ein. Wer schon Werksbesichtigungen unternommen, ein Praktikum im Steinbruch oder Kieswerk gemacht hat und die regionale Rohstoffindustrie kennt, überzeugt besonders.

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Mehr Tipps: Bewerbung für die Ausbildung schreiben →

Ratgeber

Brechwerke, Siebanlagen und Waschanlagen sind der Arbeitsplatz von Aufbereitungsmechanikern: Sie prüfen Förderbänder, Backenbrecher und Kugelmühlen auf Verschleiß, überwachen Prozesse an SCADA-Leitständen und entnehmen Korngrößenproben zur Qualitätskontrolle. Die dreijährige BBiG-Ausbildung wird mit 820 bis 1100 Euro vergütet, das Einstiegsgehalt danach liegt bei etwa 2700 Euro.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man als Aufbereitungsmechaniker in der Ausbildung?
Das Ausbildungsgehalt als Aufbereitungsmechaniker liegt bei etwa 820–1.100 Euro pro Monat. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.700 Euro monatlich.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker?
Die duale Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker dauert regulär 3 Jahre. In dieser Zeit wechselst du zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.
Gibt es Fachrichtungen oder Spezialisierungen beim Aufbereitungsmechaniker?
Ja, der Ausbildungsberuf gliedert sich in verschiedene Fachrichtungen, darunter Steine und Erden, Kali- und Steinsalz sowie Kohle. Je nach Fachrichtung werden spezifische Maschinen, Verfahren und Rohstoffe behandelt, sodass die Ausbildungsinhalte je nach Betrieb und Branche variieren.
Welcher Schulabschluss wird für die Ausbildung zum Aufbereitungsmechaniker benötigt?
Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Schulabschluss. In der Praxis stellen viele Betriebe Bewerber mit Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik, Physik und Technik sind von Vorteil.
In welchen Branchen und bei welchen Arbeitgebern arbeiten Aufbereitungsmechaniker?
Aufbereitungsmechaniker arbeiten vor allem im Bergbau und in der Rohstoffgewinnung, beispielsweise in Kieswerken, Steinbrüchen, Kaligruben, Kohleaufbereitungsanlagen oder im Erzbergbau. Arbeitgeber sind häufig große Rohstoffunternehmen wie K+S, LEAG oder Heidelberg Materials sowie mittelständische Betriebe der Baustoff- und Mineralindustrie.
Welche Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung können Aufbereitungsmechaniker beispielsweise den Meister im Aufbereitungswesen oder einen Industriemeister im Bereich Bergbau anstreben. Mit entsprechender Berufserfahrung oder dem Abitur ist auch ein Studium in Fachrichtungen wie Bergbau, Verfahrenstechnik oder Geotechnik möglich. Einige Bundesländer ermöglichen über die Begabtenförderung auch ohne Abitur den Hochschulzugang.