🧭AG
AusbildungsberufeWeiterbildungBerufs-CheckRatgeber★ Merkliste
← Alle Weiterbildungen
FachwirtWirtschaft & VerwaltungBBiG §53,54

Industriefachwirt

Der Industriefachwirt ist eine IHK-Aufstiegsfortbildung auf Niveau DQR 6, die Fachkräfte zur Übernahme von Führungs- und Managementaufgaben in der Industrie befähigt. Absolventen erwerben umfassende Kompetenzen in Betriebswirtschaft, Personalführung, Projektmanagement und strategischer Unternehmenssteuerung.

Aufbauend auf: Industriekaufmann

Dauer

4 Monate

oder 12 Mon. Teilzeit

Lehrgangskosten

2.680–5.000 €

Gehalt danach

ab 3.200 €

nach Abschluss

Prüfung

Fachwirtprüfung

Was machst du als Industriefachwirt?

Als Industriefachwirt übernimmst du Führungspositionen in Produktion, Betriebsleitung oder Projektmanagement und trägst Verantwortung für Abläufe, Personal und Rentabilität. Du optimierst Produktionsprozesse, leitest Teams, entwickelst Geschäftsstrategien und sorgst für die Einhaltung von Qualitäts- und Kostenzielen. Du fungierst als Bindeglied zwischen operativer Ebene und Management und kannst auch Ausbildungsbetriebe leiten.

Wo arbeitest du?

Industrieunternehmen der Bereiche Maschinenbau, Automobilzulieferer, Elektro- und Elektronikindustrie, Chemie, Pharmazie, Metallindustrie, Lebensmittelproduktion sowie industrielle Großbetriebe allgemein. Auch in Beratungsunternehmen und Verbänden finden sich Einsatzmöglichkeiten.

Voraussetzungen

Zulassungsvoraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene einschlägige mindestens dreijährige Berufsausbildung oder eine gleichwertige Vorqualifikation. Zusätzlich ist mindestens ein Jahr Berufspraxis in einem industriellen oder handwerklichen Betrieb erforderlich. Alternativ können auch fünf Jahre Berufspraxis ohne abgeschlossene Berufsausbildung ausreichen.

Was lernst du in der Fortbildung?

Die Fortbildung vermittelt fundiertes Wissen in Betriebswirtschaft, Kostenrechnung, Personalmanagement, Projektmanagement und Unternehmensführung. Du erwirbst Kompetenzen in Arbeitsrecht, Qualitätsmanagementsystemen, Logistik und digitalen Prozessen sowie Fähigkeiten zur strategischen Planung und Budgetverantwortung. Besonderer Fokus liegt auf Führungskompetenz und praxisrelevanten Managementmethoden.

Fachwirtprüfung & Abschluss

Die IHK-Fachwirtprüfung besteht aus vier schriftlichen Prüfungsteilen (Wirtschaftsbezogene Qualifikationen und Handlungsspezifische Qualifikationen) sowie einer mündlichen Prüfung. Bestanden werden müssen insgesamt vier Prüfungsbereiche, wobei mindestens eine mittlere Bewertung erforderlich ist.

Prüfungsthemen

  • Volks- und Betriebswirtschaft, Rechnungswesen und Steuern
  • Recht und Politik
  • Betriebliches Management und Strategische Unternehmensführung
  • Handlungsspezifische Qualifikationen (Spezialisierung je nach Lehrgangsangebot)
  • Führung, Personalmanagement und Kommunikation

Karriere nach der Fortbildung

Nach Abschluss kannst du Schichtleiter, Betriebsleiter oder Abteilungsleiter in Industrieunternehmen werden und Gesamtverantwortung für Produktion oder Betriebsbereiche tragen. Die Qualifikation berechtigt dich zur Ausbildung von Fachkräften (Ausbilderberechtigung nach AEVO). Selbstständigkeit oder Unternehmensgründung im Beratungsbereich sind ebenfalls Optionen. Du eröffnest dir den Zugang zu weiterführenden akademischen Abschlüssen (Bachelor).

Förderung

Der Industriefachwirt ist Aufstiegs-BAföG (Meister-BAföG) förderbar. Absolventen erhalten eine Förderung von bis zu 15.000 Euro für Lehrgangsgebühren und Prüfungsgebühren, zudem Existenzgründungshilfen.

Ratgeber

Der Industriefachwirt ist eine anerkannte Aufstiegsfortbildung nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG §53, 54) und wird von der IHK abgenommen. Der Vollzeitlehrgang dauert etwa 4 Monate, in Teilzeit rund 12 Monate, die Lehrgangskosten liegen zwischen 2.680 und 5.000 Euro. Nach bestandener Prüfung verdienen Industriefachwirte durchschnittlich zwischen 3.200 und 4.400 Euro brutto monatlich.

Häufige Fragen

Welche Voraussetzungen muss ich für die Zulassung zum Industriefachwirt erfüllen?
Voraussetzung ist in der Regel eine erfolgreich abgeschlossene einschlägige mindestens dreijährige Berufsausbildung sowie mindestens ein Jahr Berufspraxis in einem industriellen oder handwerklichen Betrieb. Alternativ kann auch eine fünfjährige einschlägige Berufserfahrung ohne formalen Ausbildungsabschluss als gleichwertige Vorqualifikation anerkannt werden. Die genaue Prüfung der Zulassungsvoraussetzungen erfolgt durch die zuständige IHK.
Gibt es finanzielle Förderung für die Fortbildung zum Industriefachwirt?
Ja, die Fortbildung kann über das Aufstiegs-BAföG (früher: Meister-BAföG) nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) gefördert werden. Dabei sind bis zu 15.000 Euro Maßnahmekosten förderfähig, von denen ein Teil als Zuschuss und ein Teil als zinsgünstiges Darlehen gewährt wird. Bei erfolgreichem Abschluss werden zudem 50 Prozent des noch offenen Darlehens erlassen. Die Förderung kann unabhängig von Alter und Einkommen beantragt werden.
Welche Karrieremöglichkeiten eröffnet der Abschluss als Industriefachwirt?
Mit dem Abschluss qualifizierst du dich für Führungspositionen wie Schichtleiter, Abteilungsleiter oder Betriebsleiter in Industrieunternehmen mit Gesamtverantwortung für Produktion oder einzelne Betriebsbereiche. Darüber hinaus berechtigt die Qualifikation zur Ausbildung von Nachwuchskräften im Betrieb gemäß der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO). Auch eine Selbstständigkeit im industriellen oder gewerblichen Umfeld ist mit diesem Abschluss möglich.
Kann ich mit dem Industriefachwirt-Abschluss studieren?
Ja, der Abschluss als Industriefachwirt eröffnet in Deutschland den Zugang zu einem Hochschulstudium. Absolventen von Fortbildungsprüfungen nach BBiG §53 sind gemäß den Regelungen der meisten Bundesländer generell hochschulzugangsberechtigt und können ohne klassische Hochschulreife ein Studium aufnehmen. Viele Hochschulen bieten zudem berufsbegleitende Studiengänge an, die inhaltlich an die Fortbildung anknüpfen, beispielsweise im Bereich Betriebswirtschaft oder Wirtschaftsingenieurwesen.